Do, 23. November 2017

Intel Falcon 8+

12.10.2016 12:51

Diese Drohne holt nichts so schnell vom Himmel

Der US-Chipgigant Intel hat auf der Landvermessungsmesse Intergeo in Hamburg eine neue Profi-Drohne enthüllt, die kaum zum Absturz zu bringen ist. Fallen drei der acht Rotoren aus, bleibt die in Bayern konstruierte Falcon 8+ trotzdem in der Luft. Versagt ein Akku, übernimmt ein zweiter. Und selbst, wenn der Autopilot ausfällt, gibt es ein Reservesystem, das die Drohne vor Schäden bewahrt.

Intel kennt man eigentlich eher als Prozessorhersteller, in letzter Zeit unternimmt das Unternehmen aber auch verstärkt Anstrengungen im Drohnenbereich. Für den CPU-Spezialisten sind Drohnen eine der nächsten großen Revolutionen in der IT. "Sie sind fliegende Computer, die eine Menge Daten sammeln können", sagt Joshua Walden, hochrangiger Manager bei Intels New Technology Group.

Der neueste Streich: Die von Ascending Technologies - eine Intel-Tochterfirma in Bayern - entwickelte Falcon 8+, die sich vor allem an Profi-Anwender richtet und für Inspektionsflüge gedacht ist.

Die Falcon 8+ soll unter anderem bei der Instandhaltung von Windrädern und Bohrinseln helfen, Strukturschäden an großen Gebäuden entdecken - und diese bei Bedarf auch gleich einscannen, um mit dem 3D-Modell weiter zu arbeiten. Auch in der Landwirtschaft und Landvermessung kann sie eingesetzt werden.

Falcon 8+ soll quasi absturzsicher sein
Um den Anforderungen an eine Inspektionsdrohne gerecht zu werden, wurde die Falcon 8+ nahezu absturzsicher entworfen. Sie soll sogar dann noch sicher landen, wenn drei ihrer acht an zwei V-förmig angeordneten Auslegern angebrachten 125-Watt-Motoren versagen, bei zwei defekten Rotoren fliegt sie anstandslos weiter, ohne groß an Stabilität einzubüßen.

Die primär für den nordamerikanischen Markt gedachte Falcon 8+ - in Europa erfreut sich der Vorgänger Falcon 8 bereits seit Jahren großer Beliebtheit - hat zwei Akkus, sodass sie auch dann sicher landet, wenn einer ausfällt. Und auch die Steuerungselektronik wurde doppelt verbaut, damit Ausfälle kompensiert werden.

Bei einem Demonstrationsflug in Hamburg zeigte das Team um Ascending-Technologies-Mitgründer Jan Stumpf die neue Profi-Drohne, schaltete zuerst einen, dann noch einen zweiten Rotor ab. Stets glichen die verbliebenen Rotoren den Ausfall in Sekundenbruchteilen aus, selbst mit zwei defekten Rotoren blieb die Falcon 8+ noch stabil in der Luft.

26 Minuten Flugzeit, anpassbare Nutzlast
Die Flugzeit der beladen rund 2,8 Kilo schweren und mit unterschiedlicher Nutzlast - etwa Foto- oder Wärmebildkamera sowie Magnetfeld-Sensoren zur Inspektion von Stromleitungen - beladbaren Drohne beziffert Intel mit bis zu 26 Minuten, die Reichweite liegt bei einem Kilometer, Windstärken bis 12 Meter pro Sekunde werden GPS-gestützt ausgeglichen.

Die Stromversorgung wird mit zwei "smarten" Akkus gewährleistet, die sich bei längerer Lagerung zwecks höherer Lebensdauer automatisch entladen und per LED-Anzeige über den Ladestand informieren.

Gesteuert wird die Falcon 8+ von einer mächtigen "Bodenstation", dem Intel Cockpit. Sie zeigt auf einem eingebauten Tablet Live-Bilder an, kommt in einem wasser- und stoßfesten Gehäuse und erteilt der Falcon 8+ Befehle - etwa, eine bestimmte Route abzufliegen oder die Höhe zu halten und die Einzel-Stick-Steuerung zuzulassen. Auf den Markt soll die neue Profi-Drohne Ende des Jahres kommen. Zum Preis hat Intel noch keine Angaben gemacht.

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