Di, 17. Oktober 2017

Aufgedeckt:

12.10.2016 06:05

Deutsche Spenden flossen an Terrorgruppen

Spenden des in Deutschland ansässigen islamischen Hilfsvereins "Helfen in Not" sind offenbar auch zu Terrorgruppen in Syrien gelangt. Das berichtete "Spiegel Online" unter Berufung auf Ermittlungen der deutschen Bundesanwaltschaft gegen mutmaßliche Terrorhelfer.

Demnach habe ein Angeklagter geplant, im Februar 2014 mit einem Konvoi von "Helfen in Not" neun Krankenwagen aus Deutschland zur Terrormiliz IS und zur militanten Al-Nusra-Front (heute Jabhat Fatah al-Sham) zu bringen.

Rettungsautos landen bei Rebellenmiliz
Wegen Konflikten der Gruppen landeten die Fahrzeuge laut den Ermittlern am Ende bei der Rebellenmiliz Ahrar al-Sham, die von der deutschen Bundesanwaltschaft als terroristische Vereinigung eingestuft wird. Das belegten abgehörte Telefonate des Angeklagten, so "Spiegel Online".

"Helfen in Not" unterstützt laut eigenen Angaben unter anderem Projekte für Afrika, Palästina und Syrien. Jede Spende würde "zu 100 Prozent" bei den Not leidenden Menschen ankommen, heißt es auf der Website der Initiative. Auf eine Anfrage des "Spiegel" habe "Helfen in Not" nicht geantwortet, so das Hamburger Magazin.

Zu Spendengalas islamischer Hilfsvereine sind einem Papier des deutschen Verfassungsschutzes zufolge mitunter bis zu 2000 Besucher gekommen. Pro Treffen sammelten die Aktivisten angeblich bis zu 50.000 Euro ein.

Verfassungsschutz warnte schon 2013 vor Verein
Bereits 2013 hatte der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz vor dem in Neuss ansässigen Verein gewarnt. "Dem Verfassungsschutz liegen tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich bei dem Verein 'Helfen in Not' um eine extremistische, salafistische Bestrebung handelt", berichtete seinerzeit die "Welt" unter Berufung auf das Innenministerium in Düsseldorf.

Das zeige sich unter anderem deutlich in bereits durchgeführten und angekündigten Benefizveranstaltungen, bei denen regelmäßig bekannte salafistische Prediger Vorträge hielten.

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