So, 19. November 2017

AMS-Mitarbeiterin:

11.10.2016 16:55

Deutschkenntnisse von „Asyl-Beratern“ mangelhaft

Neue Facette in der Flüchtlingsthematik: Das Wiener AMS sucht Berater für die Betreuung von Asylberechtigten. Laut Stellenbeschreibung müssen sie zwar perfekt Arabisch, Farsi/Dari, Somali oder Russisch sprechen, in Deutsch sind aber nur "gute Kenntnisse" gefordert. Eingesessene Mitarbeiter schlagen Alarm.

"Jetzt sollen Leute eingestellt werden, die ihre Landsleute in ihrer Muttersprache beraten, wie sie am besten zu Geld kommen", wettert eine AMS-Mitarbeiterin. Auch das Vier-Augen-Prinzip, das im Arbeitsmarktservice entsprechend der Verwaltung öffentlicher Gelder gelten solle, werde damit ausgehebelt. "Niemand kann einer Beratung in einer dieser Fremdsprachen folgen. So kann Integration sicher nicht funktionieren. Wir haben bereits jetzt albanische Kollegen, die fast kein Wort Deutsch sprechen", so die Angestellte.

AMS weist Vorwürfe zurück
AMS-Sprecher Sebastian Paulick weist die Vorwürfe strikt zurück: "Es ist nicht geplant, dass Beratungsgespräche ausschließlich in nicht-deutscher Sprache geführt werden." Lediglich Anfangsgespräche seien in der jeweiligen Muttersprache oft einfacher zu handhaben.

"Zudem werden unsere Mitarbeiter monatelang geschult, bevor sie den Dienst am Kunden antreten. Wir setzen voraus, dass jeder ausreichend Deutsch beherrscht", so Paulick. Zum Vier-Augen-Prinzip: Das gibt es praktisch nicht. Paulick: "Ein Berater spricht mit seinem Kunden in der Regel alleine. Wir gehen nicht davon aus, dass unsere Beschäftigten ihr eigenes Unternehmen hintergehen wollen."

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