Di, 17. Oktober 2017

Glück zu dritt

26.11.2016 13:26

Eltern werden und ein Paar bleiben – so geht’s!

Die Geburt des ersten Kindes stellt das Beziehungsleben jedes Paares auf den Kopf. War man bislang zu zweit und konnte sich voll und ganz aufeinander bzw. auf sich selbst konzentrieren, steht nun ein kleines Wesen im Mittelpunkt. Dass da oft kein Stein auf dem anderen bleibt, ist kein Wunder.

Die Geburt eines Babys ist eine der entscheidendsten Veränderungen im Leben eines Paares. Denn so viel Glück und Freude das kleine Wunder auch bringt, es ist auch sehr, sehr anstrengend. Schlafdefizit, Sorge um die Gesundheit des kleinen Wesens, ein komplett babyzentrierter Alltag, Schreiphasen - kein Wunder, dass da vom alten Leben wenig bis gar nichts übrig bleibt.

Und nach der Geburt ist alles anders ...
Für die Beziehung ist ein Baby eine große Herausforderung. Paare, die ein Kind wollten, um ihre Beziehung zu kitten, sind in den ersten Lebenswochen des kleinen Schatzes meist sehr ernüchtert. Aber auch vormals sehr gut funktionierende Beziehungen werden auf eine teils harte Probe gestellt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zunächst macht der Frau die Hormonumstellung oft sehr zu schaffen. Im Wochenbett fließen nicht selten viele Tränen. Sie ist dauer-erschöpft, vielleicht überfordert davon, nun nur mehr als Mama wahrgenommen zu werden, kaum Anerkennung - wie etwa im Job - zu bekommen und keine Zeit mehr für sich zu haben. Auch die körperliche Veränderung macht vielen Frauen zu schaffen. Kommen dann noch gesundheitliche Probleme, etwa schlechte Wundheilung nach der Geburt, Beckenbodenprobleme oder einfach Wasser im Körper und Übergewicht hinzu, ist es kein Wunder, dass die Stimmung im Keller ist.

Aber auch für die Väter ist die Zeit nicht einfach. Sie werden rund um die Uhr gebraucht, haben oft die Herausforderung, ihren Job und die Bedürfnisse von Baby und Partnerin unter einen Hut bringen zu müssen. Sie werden im Haushalt stärker gebraucht und müssen sich in der Vaterrolle einfinden. Dazu kommt, dass die Partnerin auf einmal nicht mehr dieselbe ist wie früher - sie ist nun Mama und oft einfach müde, gereizt und geschafft. Und ein Liebesleben quasi nicht mehr existent.

Dass all das eine Beziehung sehr auf die Probe stellt, ist klar. Doch dass die Beziehung weiterhin glücklich bleibt, ist nicht zuletzt etwas, das man nicht nur sich selbst, sondern auch seinem Kind schuldig ist. Und da hilft in erster Linie eins: viel Verständnis und miteinander reden.

Aktive Beziehungspflege
In den ersten Wochen ist es vor allem am Mann, für die Partnerschaft zu sorgen. Die Frau ist von der Geburt und dem komplett neuen und anstrengenden Alltag oft noch überfordert. Da auch noch zu erwarten, dass sie die perfekte Partnerin von früher ist, wäre zu viel. Als Mann sollten Sie Ihrer Frau in dieser Zeit viel unter die Arme greifen: Gehen Sie einkaufen, machen Sie den Haushalt. Und nehmen Sie sich viel Zeit für Ihre Frau und das Baby. Gehen Sie mit dem kleinen Schatz spazieren, wenn Ihre Frau erschöpft ist und Schlaf braucht. Und zeigen und sagen Sie ihr immer wieder, wie großartig sie ihre neue Aufgabe meistert. Bieten Sie zwei warme Arme zum Hineinkuscheln an, aber erwarten Sie sich bzw. fordern Sie keine sexuelle Annäherung. Das Bedürfnis danach kommt wieder, wenn Ihre Frau dazu bereit ist. Wärme, Nähe und Geborgenheit sind nun am wichtigsten.

Als Frau sollten Sie in den ersten Wochen Ihren Partner nicht überfordern, wenn Sie sehen, dass er sein Bestes gibt, um für Sie da zu sein. Bitte denken Sie daran, dass es auch für ihn eine ganz neue Erfahrung ist, Papa zu sein. Frauen haben die Schwangerschaft mit ihren körperlichen Veränderungen, um sich auf das kleine Leben einzustellen. Der Mann ist in dieser Zeit nur Beifahrer, viele können sich noch nicht wirklich vorstellen, was genau auf sie zukommt. Auch er muss nun erst seinen Part in dieser neuen Familienkonstellation finden. Zeigen Sie Verständnis für seine Bedürfnisse, aber es ist auch Ihr gutes Recht, Grenzen aufzuzeigen, wenn Sie manche Dinge noch nicht wollen oder können.

Gemeinsame Zeit
Versuchen Sie, Ihre Kuschel- und Qualitätszeit am Anfang so gut es geht mit dem Baby gemeinsam zu verbringen. Ein Kuschelabend auf der Couch mit dem kleinen Schatz am Arm ist wunderschön und schafft viel Nähe. Wenn Ihr Baby größer ist, kann ein Babysitter eine Auszeit verschaffen. Tun Sie dann die Dinge, die Sie früher gemacht haben: spazieren gehen, ins Kino gehen, essen gehen. Sprechen Sie, worüber Sie Lust haben und was Sie bewegt, und genießen Sie die Zeit zu zweit.

Aber auch mit Baby können viele Dinge, die man früher vielleicht gemeinsam gemacht hat, nach wie vor gemacht werden: wandern gehen, bummeln gehen, sich nachmittags in ein Café setzen, auf der Couch kuscheln. Wenn das Kleine größer ist, sind auch sportliche Aktivitäten wie Laufen oder Radfahren durchaus möglich. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr Kind beim ersten Versuch noch nicht mitspielt. Beim zweiten Mal klappt es meistens schon, oder kleine Änderungen bringen dann den gewünschten Effekt. Beispiel: Vielleicht mag Ihr Kind im Kinderwagen nicht längere Zeit spazieren gehen, aber in der Trage bei Mama oder Papa schon. Und solche Aktivitäten zu dritt, die an das frühere, gemeinsame Glück erinnern, stärken auch die Beziehung.

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