Mo, 11. Dezember 2017

Auf der A1

08.10.2016 18:18

Geisterfahrer war falscher Scheich!

Ein falscher Scheich als echter Geisterfahrer! Im Vollrausch verirrte sich ein Kuwaiter (38) bei Mondsee auf die falsche Richtungsfahrbahn der Westautobahn. Ein beherzter Autofahrer (25) aus Vöcklabruck beendete die lebensgefährliche Irrfahrt im Seengebiet, stoppte den Wüstenmann und nahm ihm dann den Zündschlüssel weg. Die Polizisten hielten den Araber zuerst für einen Scheich.

Einen Scheich glaubten die Polizisten vor sich zu haben, als sie gegen 1 Uhr früh den Führerschein des gestoppten Geisterfahrers prüften: Die Ordnungshüter bestaunten ein Porträtbild in traditioneller arabischer Kleidung, also mit  Kaftan und Kopftuch. Weil der offenbar schwerst Betrunkene keine Reisepapiere dabei hatte, wurde der "Scheich" festgenommen.

Scheich war bloß ein Tourist
Erst bei der Vernehmung am Samstagvormittag mit einem Dolmetscher lüfteten sich langsam die Schleier: Der Kuwaiter ist als Tourist hier, arbeitet daheim als Elektrotechniker. Das erklärte auch, warum er nicht im Luxusauto, sondern in einem in Deutschland ausgeliehenen Opel saß, als er vermutlich schon bei Thalgau falsch auf die Westautobahn auffuhr und als Geisterfahrer Richtung Wien unterwegs war. Wo er sich so betrunken hatte, wollte der Araber nicht sagen, sein Ziel war ein Hotel am Chiemsee in Bayern, allerdings verwechselte der benebelte Kuwaiter Auf- und Abfahrt.

Vöcklabrucker stoppte die Geisterfahrt
Bei Tiefgraben konnte Frederico Russo (25) aus Vöcklabruck, der zu seiner Freundin nach Hof (Salzburg) fahren wollte, den Geisterfahrer stoppen. Der Argentinier brachte den Araber mittels Lichthupe zum Stehen und nahm ihm seinen Autoschlüssel ab - mehr im Interview unten.
Der Führerschein ist weg, der Kuwaiter musste 3000 Euro Sicherheitsleistung hinterlegen, ehe er auf freien Fuß gesetzt wurde.

Diese Zivilcourage ist vorbildlich. Frederico Russo (26) aus Vöcklabruck erzählt, wie er den Geisterfahrer auf der Westbautobahn stoppte.

"Krone": Sie hatten um 1 Uhr früh ein Horror-Erlebnis.
Frederico Russo: Ich war auf dem Heimweg  als ich den Fahrer auf Höhe der Raststation bemerkte. Ich blieb am Pannenstreifen stehen und schaltete die Warnblinkanlage ein. Von der anderen Seite kam ein Mann zu Fuß, er schrie dem Geisterfahrer zu, dass er umdrehen muss. "Krone": Der Araber blieb aber nur kurz stehen.
"Russo: Ich bin ihm langsam nach und habe ständig die Lichthupe betätigt. Dann blieb er doch wieder am Pannenstreifen stehen. Ich hatte zwar Angst, man weiß ja nicht, wer im Auto sitzt und ob er vielleicht bewaffnet ist. Aber ich ging zu ihm. Er meinte  "no police", aber in dieser Situation musste die Polizei einschreiten.
"Krone": Bravo! Fühlen Sie sich nach dieser Tat als Held?
Russo: Nein, das war selbstverständlich. Ich bin froh, dass niemand verletzt wurde.

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