Sa, 25. November 2017

Personalkrise droht

08.10.2016 14:53

Luftwaffe fehlen schon 36 Hubschrauberpiloten

"Wir bringen nur noch jeden zweiten Hubschrauber in die Luft", warnen Heeresoffiziere im "Krone"-Gespräch. Im Verteidigungsministerium wird das etwas anders gesehen: Zwar seien 36 Pilotenposten unbesetzt, aber ein Katastropheneinsatz sei nicht gefährdet. Außerdem läuft bereits eine Personaloffensive.

31 Prozent der 117 Dienstposten für Hubschrauberpiloten sind unbesetzt, bestätigt ein Sprecher von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ): "Für die 66 Hubschrauber des Bundesheeres haben wir aktuell 81 Piloten und Pilotinnen. Seit 2007 haben 48 Piloten das Heer verlassen." Die Hauptgründe für die Abgänge: die Sparpakete vergangener Jahre samt einer Reduzierung der Flugstunden sowie der damit verbundene Imageverlust.

Die Einsatzbereitschaft der Hubschrauberstaffeln für Krisen- oder Katastrophenfälle sei aber nicht gefährdet, wird in der Heeresführung betont. Das könnte jedoch bald anders sein: Da die Piloten mit 53 Jahren ihren Dienst beenden müssen, rollt ab 2017 die nächste Pensionierungswelle auf das Heer zu - und die Schulung neuer Piloten dauert drei bis fünf Jahre.

Video: Bundesheer zeigt Karriere als Militärpilot

Pilotenposten auch bei "Black Hawks" unbesetzt
Besonders heftig trifft die Personalkrise aktuell die beiden Hubschrauberstaffeln in Linz-Hörsching: Für die 22 "Agusta-Bell-212"-Maschinen sind nur 58 Prozent der Pilotenposten besetzt - 21 Piloten fehlen. Nicht einmal bei der 1. Hubschrauberstaffel in Langenlebarn - sie fliegt die neun "S-70A-42-Black-Hawk"-Helikopter - sind alle 19 Planposten mit Piloten besetzt.

Im Verteidigungsministerium hofft man aber, dass die Gegenmaßnahmen bald wirken: "Das Höchstalter für den Einstieg in die Pilotenkarriere wird auf 23 Jahre angehoben, dazu wird's mehr Flugstunden geben. Außerdem wird das Einstiegsgehalt angehoben."

Video: Piloten-Ass Major Alexander Köll im "Krone"-Talk

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