Fr, 24. November 2017

Szene in Aufruhr

07.10.2016 14:42

Deutscher Hells-Angels-Ortspräsident erschossen

Die deutsche Rockerszene ist in Aufruhr: Der Präsident des Hells-Angels-Ablegers in Gießen im Bundesland Hessen ist auf dem Gelände des Vereinsheims erschossen worden. Aygün Mucuk wurde laut ersten Erkenntnissen der Ermittler von mehreren Schüssen getroffen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, am Freitag sagte.

Die Putzfrau, die in dem Clubheim arbeitet, hatte den 45-Jährigen Freitagfrüh gegen 8.30 Uhr auf dem Grundstück im mittelhessischen Wettenberg gefunden und Polizei und Rettungsdienste alarmiert. Die Leiche soll nun rechtsmedizinisch untersucht werden, das hessische Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen.

Ein Großaufgebot der Polizei sicherte am Freitag das Gelände des Vereinsheims, auf dem sich 30 bis 50 Rocker aufhielten. Zugleich lief die Fahndung nach den Tätern. Die Beamten kontrollierten dabei mehrere Fahrzeuge, befragten Nachbarn und suchten Zeugen.

Der genaue Tatzeitpunkt steht noch nicht fest. "Momentan gehen wir davon aus, dass sich das Tötungsdelikt entweder in der Nacht oder am frühen Morgen zugetragen haben müsste", sagte Behördensprecher Thomas Hauburger. Ob Mucuk bewaffnet war und es einen Streit gegeben hat, muss noch ermittelt werden.

Revierkämpfe mit Frankfurter Hells Angels
Rivalitäten zwischen den alteingesessenen Hells Angels aus Frankfurt und den türkisch geprägten Hells Angels aus Gießen - den sogenannten jungen Wilden - hatten in den vergangenen Jahren mehrfach für gewalttätige Auseinandersetzungen gesorgt. Dabei soll es vor allem um die Gründung der Ortsgruppe in Gießen gegangen sein. Dieser Streit hatte vor rund zwei Jahren zu Schüssen vor einem Frankfurter Club mit insgesamt fünf Verletzten geführt. Mucuk, der als Anführer der türkischen Strömung galt, erlitt dabei schwere Verletzungen.

Am heurigen Himmelfahrtstag fielen mitten auf einem belebten Platz in der Frankfurter Innenstadt ebenfalls Schüsse, zwei Männer wurden schwer verletzt. Hintergrund dieser blutigen Rocker-Fehde war laut Ermittlern ein Streit zwischen Frankfurter Hells Angels und einem hinausgeworfenen Mitglied. Ein Tatverdächtiger, der rund eine Woche nach den Schüssen gefasst wurde, sitzt seither in Haft, nach einem anderen Verdächtigen wird noch immer gesucht.

Laut Einschätzung des Landeskriminalamts umfasst die Rockerszene in Hessen rund 700 Personen, die vier Gruppen zugeordnet werden. Im Blickpunkt der Ermittler stehen sie vor allem wegen Rauschgiftdelikten und kriminellen Aktivitäten im Türsteher- und Rotlichtmilieu.

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