Di, 21. November 2017

Album mit Chor

04.10.2016 16:47

Katie Melua bringt den klanglichen Winter zu uns

Katie Melua hat ein Winteralbum aufgenommen und dabei ihre georgischen Wurzeln verarbeitet. Auf "In Winter" wird die mit neun Jahren nach England gezogene Sängerin von einem 25-köpfigen Frauenchor aus ihrer alten Heimat begleitet. "Ich wollte mich allein von meiner Neugierde leiten lassen, nicht von irgendwelchen Erwartungen an Katie Melua", sagte sie im APA-Interview.

Die Initialzündung für das Projekt sei der Chor gewesen, betonte Melua, die jeden Sommer nach Georgien zurückkehrt und mit dem Land stets tief verbunden blieb. "Ich liebe London und das Leben dort, die Kunst, die Museen, meine Freunde", erzählte die 32-Jährige. "Aber Georgien war mein erstes Zuhause. Das Wetter und die Landschaft dort sind fantastisch. Die Leute haben ein großes Herz."

Ruhige Herangehensweise
Melua nahm sechs Alben in ihren 20ern auf: "Ich habe seit meinem 18. Geburtstag all die Erfahrungen mit der Musikindustrie gemacht und diesen verrückten Zeitplan eingehalten, alle zwei Jahre eine Platte zu veröffentlichen. Der Fokus lag dabei immer auf mir, schließlich waren mein Name und mein Foto auf dem Cover." Diesmal sei alles ein wenig anders gewesen.

"Ich wollte ein Album, das man im Winter hören kann, das diese Jahreszeit thematisiert. Dabei ließ ich mich von der Begeisterung des Chors leiten, eine Platte aufzunehmen, die im Westen veröffentlicht wird", berichtete Melua und betonte zugleich: "Das war kein taktischer Schritt, um die Hörer zu überraschen, sondern ein kreativer."

Glück und Erfolg
Dabei stellt sich die Frage, ob Künstler nicht prinzipiell mutiger sein und keiner Erfolgsformel vertrauen sollten. "Es ist sehr leicht darüber zu reden, dass man sich verändern und revolutionär sein will", meinte Melua. "Aber es wirklich zu tun, ist schwer. Denn wenn du Erfolg hast, sind plötzlich Jobs von deinem Erfolg abhängig. Das ist eine anti-künstlerische Sichtweise, ich weiß. Ich hatte extremes Glück mit jungen Jahren. Es ist schon okay, wenn man das eine Weile auskostet."

Lange habe sie ein Zielpublikum vor Augen gehabt, heute sei es ihr egal, wer ihre Musik höre: "Solange es ein Publikum gibt und ich keinen anderen Job suchen muss, ist das gut", schmunzelte Melua. "Früher war ich zu besessen davon, ein junges Publikum anzusprechen. Das resultierte sicher aus dem generellen Fehler unserer Gesellschaft, dass sich alles um die Jugend dreht."

Unterstützung von Oma
Als große Inspiration bezeichnete Katie Melua ihre Großmutter. "Sie hat mir eingebläut, mit dem Herzen zu singen", erzählte der Popstar. "Wegen ihres Alters konnte sie nie zu einem meiner Konzerte fliegen. Also habe ich mir bei jedem Besuch in Georgien meine Gitarre geschnappt und ihr die Songs des jeweils neuen Albums vorgesungen. Mittlerweile leidet sie an den Folgen eines Schlaganfalls, das Sprechen macht ihr Probleme. Aber auch diesmal wollte sie meine Lieder hören. Ich habe sie also ins Bett gebracht und ihr meine neuen Lieder, die doch ein etwas komplexeres Gitarrenspiel erfordern, vorgespielt. Am Ende, kurz bevor sie eingeschlafen ist, hat sie gesagt: 'Du musst weiter üben!'" Melua lachte laut und sagte: "Da hat sie ja recht."

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