Mo, 20. November 2017

Top-Job beim Heer

05.10.2016 09:24

Mit 500 PS zum Eurofighter-Piloten

Auf wendigen Propellermaschinen lernen Bundesheer-Piloten das Fliegen. Es sind die ersten Flugstunden auf dem Weg zum Eurofighter. Doch mit einer zivilen Pilotenausbildung hat das Ganze wenig zu tun: Unter den Flügeln hängen im Ernstfall Maschinengewehre, in enger Formation geht es im Sturzflug über die Steiermark. Die "Krone" war im Cockpit dabei.

Fliegerhorst Hinterstoisser, Zeltweg. Wer es bis auf das weitläufige Vorfeld des Heeres-Flughafens geschafft hat, ist durch einen zermürbenden Vorbereitungskurs gegangen. Checkflüge, medizinische Tests, psychologische Gutachten - für mehr als 50 Prozent der Kandidaten endet die Ausbildung, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Doch für die verbleibenden Flugschüler beginnt hier der harte Weg in die Heeresfliegerei, der im besten Fall im Cockpit eines Eurofighters endet.

Propellerflugzeug mit Jet-Eigenschaften
Doch davor geht es mit einem Arbeitstier in die Luft: mit der Pilatus PC-7, einem voll kunstflugfähigen, 500 PS starken Propellerflugzeug mit Jet-Eigenschaften. Die "Krone" war bei einem Übungsflug über der schönen Steiermark im Cockpit. Über den Bordfunk erklärt Major Daniel Klein, Rufname "Feivel": "Auf diesen Maschinen lernen unsere Schüler die Grundlagen des Fliegens, aber auch Formationsflug und den Einsatz von ungelenkten Waffen." Klein ist Fluglehrer in Zeltweg und legt die Maschine 2000 Meter über dem Boden in eine weite Linkskurve. Nur zehn Meter von seiner Flügelspitze entfernt "klebt" die PC-7 von Leutnant Wöss, Rufzeichen "Beauty", der in enger Formation jede Flugbewegung imitiert.

Kunstflug als Probe für den Körper
Plötzlich geht es aufwärts. 4 G, also das Vierfache der Erdbeschleunigung, drücken die Insassen in ihre Sitze, Gurte wären jetzt nicht mehr notwendig. Selbst ein Griff an den Helm gelingt nicht, die Arme liegen tonnenschwer auf den Oberschenkeln. Die Atmung stockt, nur kurze Lungenzüge sind möglich.

Dann geht es abrupt in den Rückenflug. Die Gurte greifen, das Blut strömt langsam in den Kopf. Eine Achterbahnfahrt, nur nicht 30 Sekunden lang, sondern über zwölf Minuten hinweg. "Einige Kandidaten merken sehr schnell, dass sie sich in der Luft doch nicht so wohl fühlen", erklärt Major Klein. Doch die meisten gewöhnen sich an die hohen physischen und psychischen Belastungen in der Maschine.

Glücksgefühl und Übelkeit
Am Weg zurück zum Fliegerhorst - die Maschine liegt völlig ruhig in der Luft - beginnt der Magen ein wenig zu rebellieren. Erst jetzt bemerkt der Körper, was ihm in den vergangenen Minuten widerfahren ist. "Das ist völlig normal, die Übelkeit kommt mit etwas Verzögerung", lacht Klein am Bordfunk. Doch als die Reifen den Boden berühren, ist auch die Fläue im Magen wieder weg, Glücksgefühle machen sich breit. Wer so sein Geld verdienen kann, hat vieles richtig gemacht.

Das Bundesheer sucht laufend Piloten. Mehr Infos zur Karriere als Heeresflieger finden Sie hier.

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