Sa, 25. November 2017

Chaos im Kopf

03.10.2016 14:52

Lese- und Rechtschreibstörung: Förderung wichtig!

Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibstörung sind nicht weniger intelligent. Gezielte Förderung ist dennoch wichtig. Die genauen Ursachen sind noch nicht restlos bekannt. Wie es sich auswirkt, sehr wohl: Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Störung (LRS oder Legasthenie) lassen Buchstaben aus, verwenden zu viele davon oder fügen eine Zeichenfolge falsch zusammen. Sie erkennen eigene Fehler nur schwer. Häufig fällt ihnen sowohl das Schreiben als auch das Lesen schwer.

Bis zu 60 Prozent aller Kinder mit einer LRS entwickeln darüber hinaus psychische Probleme. Der Grund: Leistungskontrollen wie ein Diktat setzen zusätzlich unter Druck und lösen bei den Kids Ängste aus, die sich nicht selten in psychosomatischen Störungen äußern. Die Schüler klagen dann über Bauch- und Kopfweh.

Wissenschafter vermuten, dass Menschen mit einer LRS diejenigen Regionen im Denkorgan, die für die Wahrnehmung und Unterscheidung von Sprachreizen und Lauten zuständig sind, geringer aktiviert werden, so das Magazin GEO.

Für eine wirksame Therapie ist eine gute Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Therapeuten unabdingbar. Die Fördermaßnahmen sollten so früh wie möglich eingeleitet werden. Therapeuten gehen dabei nicht nur auf die Lese- und Rechtschreibprobleme ein, sondern auch auf Versagensängste, mangelnde Lernmotivation und geringes Selbstwertgefühl. Die Therapie findet einmal die Woche statt.

Das sagt "Krone"-Eltern-Kids-Coach
"Krone": Ich habe das Gefühl, dass meine Eltern meine Tochter (7) anders behandeln, seitdem bei ihr Legasthenie festgestellt wurde.
Nina Petz: Leider wissen viele Menschen zu wenig über die Lese-Rechtschreibstörung. Erklären Sie Oma und Opa, dass sie ihre Enkelin nicht übermäßig schonen oder schützen müssen. Natürlich ist es kränkend, wenn Ihr Nachwuchs nicht mehr für voll genommen oder benachteiligt wird. Stellen Sie deshalb klar, dass es nicht bedeutet, dass Ihr Spross "dumm" ist. Kinder, die eine Lernstörung haben, sind nicht weniger intelligent, sie brauchen eben nur spezielle Förderung. Es ist wichtig und gut, dass diese Diagnose jetzt gestellt ist, denn so können Sie ihr mit konkreten Übungen helfen, ihre Schwierigkeiten zu meistern. Holen Sie sich hier unbedingt Unterstützung von Experten, und integrieren Sie die Großeltern in Ihren Alltag, damit sie Ihnen helfen und so auch die Beziehung zu Ihrer Enkeltochter wieder stärken können. Machen Sie ihnen klar, dass ihre Enkelin psychische Entlastung und vor allem positive Momente für ihr Selbstbewusstsein braucht.

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