Mo, 20. November 2017

Artenschutzkonferenz

03.10.2016 07:55

Mehr Hilfe für Elefanten, aber nicht für Löwen

Elefanten und in freier Wildbahn lebende Löwen sollen künftig besser geschützt werden. Die Mitgliedsländer der Welt-Artenschutzkonferenz haben am Sonntag beschlossen, sich für eine weltweite Schließung der nationalen Elfenbeinmärkte starkzumachen. Während sich Tierschützer über einige Beschlüsse positiv äußerten, waren sie in einem anderen Fall weniger zufrieden - nämlich betreffend den Schutz der Löwen. Dort hatte man sich lediglich auf einen Kompromiss geeinigt.

Diese Entscheidung sei ein Riesenschritt für einen besseren Elefantenschutz, wurde der Artenschutzreferent beim WWF Deutschland, Arnulf Köhncke, zitiert. Demnach sprachen sich die Staaten am Sonntag außerdem für bindende Richtlinien gegen den illegalen Elfenbeinhandel aus.

"Jetzt kommt es darauf an, dass die Staaten diese Abmachung zur Marktschließung konsequent umsetzen und rigoros gegen den illegalen Elfenbeinhandel vorgehen", hieß es in der WWF-Mitteilung. Die Artenschutzkonferenz hatte bereits 1989 beschlossen, den internationalen Handel mit Elfenbein zu verbieten. Nun machten die USA und mehrere afrikanische Länder Druck, den Handel mit Elfenbein auch von Binnenmärkten zu verbannen.

"Halbherziger Schutz für Löwen"
Weniger positiv äußerten sich Tierschützer zur Einigung zum Schutz von Löwen. So soll der kommerzielle Handel von Skelett-Teilen und Knochen von Löwen aus freier Natur und zu kommerziellen Zwecken den Beschlüssen zufolge zwar künftig verboten sein - der Handel mit Knochen gezüchteter Tiere sei aber weiterhin erlaubt, kritisierte die Naturschutzorganisation Pro Wildlife. Das sei nur ein "halbherziger Schutz".

Der Handel mit Löwenknochen sei enorm angestiegen - diese würden als Ersatz für Tigerknochen in der traditionellen Medizin eingesetzt. Der Kompromiss der Mitgliedsländer sei bei Weitem nicht genug: "Der skrupellosen Ausbeutung von Löwen in afrikanischen Zucht- und Jagdfarmen, die auch ein Schlupfloch für den Handel mit wilden Tieren bietet, wurde leider kein Riegel vorgeschoben", hieß es von Pro Wildlife.

Graupapageien dürfen nicht mehr gehandelt werden
Kurz zuvor war bereits entschieden worden, dass auch wild gefangene Graupapageien künftig nicht mehr international kommerziell gehandelt werden dürfen. In einer geheimen Abstimmung wurde der rechtliche Schutz für die intelligenten und sprachbegabten Vögel verstärkt. Eine endgültige Entscheidung wird es aber erst in den nächsten Tagen geben. Vertreter aus 183 Ländern tagen noch bis zum 5. Oktober im südafrikanischen Johannesburg, um Regeln für den Handel mit gefährdeten Arten zu erstellen.

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