Mi, 22. November 2017

„Branche am Boden“

02.10.2016 08:11

Schweineschnitzel wird jetzt richtig teuer!

Preisalarm um Schinken, Salami, Extrawurst und unser geliebtes Schnitzel! Der Preis für Schwein klettert immer weiter nach oben und zieht die Branche in die roten Zahlen - Traditionsbetriebe wie Wiesbauer, Trünkl, Radatz und Co. könnten sogar in Turbulenzen geraten. Für uns Konsumenten bedeutet das: Wurst- und Fleischwaren vom Schwein werden unweigerlich teurer.

Gutes vom Schwein hat einen Fixplatz auf den heimischen Tellern, ging in den vergangenen Jahren aber viel zu günstig über die Verkaufstheken, schlägt jetzt der Obmann der Fleischwarenindustrie, Karl Schmiedbauer, Alarm. Seit Anfang des Jahres ist der Preis um 25 Prozent gestiegen, was man als Konsument bislang kaum gemerkt hat.

Doch das wird sich wohl demnächst ändern: Wurstspezialitäten, Schnitzel und feiner Schinken werden teurer, kündigt Schmiedbauer schon einmal an: "Die Margen waren in diesem Segment schon länger zu klein. Lohnkosten und der Preis für Rohstoffe steigen, der Verkaufspreis blieb aber gleich." Dieser Umstand setzte den heimischen Traditionsbetrieben sichtlich zu, es drohen Verluste. "Die Branche liegt am Boden. Es ist unumgänglich, die Preise zu erhöhen. Immer mehr Betriebe schlittern in die roten Zahlen."

Qualität "muss Konsumenten mehr wert sein"
Den österreichischen Landwirten, die qualitativ hochwertiges Schweinefleisch liefern, streut Schmiedbauer Rosen, aber: "Das muss den Konsumenten auch an der Kassa etwas mehr wert sein." Ähnlich sieht das Norbert Artner, Fleischermeister aus dem niederösterreichischen Mautern: Angebot, Preisgestaltung und Nachfrage seien in den vergangenen Jahren aus dem Gleichgewicht geraten. "Es sind zu wenig Schweine da!" Viele Landwirte haben aufgegeben: Die Tiere gehören eingestellt, gefüttert, mit Vitaminen und Eiweiß versorgt. Was dem Bauern bleibt, ist laut Artner ein "Verkaufsgewinn" von zehn Euro pro Schwein.

Aber wer ist schuld an der Misere? Konsumenten, die gerne Billigprodukte kaufen? Großhändler, die sie anbieten? Eines ist klar: Für Schnitzerl und Co. muss künftig tiefer in die Tasche gegriffen werden.

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