Mi, 22. November 2017

Wohnbau

30.09.2016 20:05

7 Antworten zur Wohnbau-Förderung

Die Landesregierung stellte nach Systemschwächen um: Weniger Geld für Antragsteller, neue Fristen und Senkung der Mieten

  1. Wieviel Geld gibt es?
    Wegen des Ansturms zieht die Landesregierung die Notbremse: Ab 2017 ist die Hausbau-Förderung und der Kauf einer Wohnung quartalsweise begrenzt. Anstatt der durchschnittlichen 45.000 Euro wird es ab dem nächsten Jahr rund 33.000 Euro Einmalzuschuss geben. Achtung: Bei gesamt 600 Anträgen pro Jahr ist Schluss, ansonsten würde das Budget gesprengt.

  2. Wann stelle ich Antrag?
    Ab dem 2. Jänner 2017 sind 100 Hausbau- und 200 Wohnungskauf-Anträge möglich. Ist das Pensum voll, gibt es die nächste Gelegenheit ab dem 2. April, mit 50 Errichtungsförderungen und 100 Kaufförderungen. Die letzte Chance für das Jahr bietet sich ab 2. Juli mit insgesamt 150 Anträgen. Ausbezahlt wird der Zuschuss erst bei Schlüsselübergabe, wenn alle Vorgaben eingehalten wurden.

  3. Was mache ich, wenn die Frist vorbei ist?
    Ist die Frist abgelaufen und das Pensum voll, hat der Antragsteller für das laufende Jahr Pech gehabt und muss sich auf das nächste Jahr gedulden: Die Regierung handelt nach dem "Wer zuerst mahlt" - Prinzip, um Budgetüberschreitungen wie im Sommer zu vermeiden.

  4. Woher nimmt das Land das Geld?
    Von Bund und Land gibt es jährlich 142 Millionen Euro: Um den Mehrbedarf beim Eigentum abzufedern wird der Sanierungstopf von 12 auf 8 Millionen Euro reduziert. 5 Millionen standen für die Ortskernstärkung bereit, die Hälfte wandert nun ins Wohnbaubudget.

  5. Was ist nun mit der Luxusförderung?
    Die einzeln geförderten Villen, die einen Skandal auslösten, weil die Quadratmeterdeckelung nach oben vergessen worden war, sind Geschichte: Bis 220 qm gibt es stufenweise nach unten reduzierte Zuschüsse, danach ist ausnahmslos Schluss.

  6. Rückflüsse in Abbau?
    Brauchte die vorige SPÖ-geführte Landesregierung rund 300 Millionen Euro (mit immer neuen Krediten) pro Jahr für die Förderungen, wird nun mit den 142 Millionen das Auslangen gefunden. Die Rückflüsse aus dem abgeschafften Wohnbaufonds wandern in den Schuldenabbau. Die Landesschulden von 2,1 Milliarden Euro basieren vor allem auf dem alten Modell, den Krediten stehen aber verliehene Millionen gegenüber, die langsam wieder von den Gemeinnützigen "herein plätschern".

  7. Wird Miete gesenkt?
    Das Mietsenkungsprogramm kommt ab 2017: Bis 2046 will das Land 300 Mio. investieren, um die horrend steigenden Altmieten bei 25.500 Genossenschaftsmietern und 2400 Privaten abzufangen. Den Referenzwert gibt die Regierung mit 7 Euro pro qm in der Stadt an, am Land etwas niedriger. Gezahlt wird über die Sonderwohnbeihilfe: Eine Alleinerzieherin in einer 80 qm Wohnung darf sich über 261 Euro monatlich freuen.

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