Di, 21. November 2017

Durchsuchung in Wien

30.09.2016 14:06

Bruder von Amoklenker schlägt auf Polizist ein

Die Ermittlungen wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie versuchter absichtlicher schwerer Körperverletzung gegen jenen 21-jährigen Österreicher mit türkischen Wurzeln, der am Donnerstag mit einem Pkw durch Wiens Straßen raste und dabei mehrere Passanten gezielt anvisierte, laufen auf Hochtouren. Schon kurz nach der Festnahme von Ibrahim C. wurde seine Wohnung durchsucht - und dabei kam es zu einem Zwischenfall: Der Bruder des Verdächtigen ging auf einen Polizisten los.

"Er hat mit der Faust gegen den Unterarm eines Polizisten geschlagen", sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Der Bruder des Verdächtigen wurde daraufhin vorübergehend festgenommen und dann auf freiem Fuß wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt.

Zahlreiche elektronische Datenträger sichergestellt
Waffen wurden bei der Hausdurchsuchung nicht sichergestellt, dafür jedoch zahlreiche elektronische Datenträger. Diese müssen von den Ermittlern nun ausgewertet werden. Polizeilich ist Ibrahim C. bisher nicht in Erscheinung getreten. "Bis dato konnten keine Verbindungen zu extremistischen Gruppen festgestellt werden, die Ermittlungen laufen aber noch", so Keiblinger. Der junge Mann hatte vor wenigen Wochen seinen Arbeitsplatz verloren. Ob das der Auslöser für die Schreckensfahrt war, ist noch unklar.

"Allahu Akbar" bei Amokfahrt gerufen
Der gebürtige Wiener war am Donnerstagvormittag mit dem Pkw seines Vaters durch Favoriten gerast. Der Mann versuchte gezielt Passanten zu überfahren - genau an jenem Tag, an dem der Grazer Amokfahrer schuldig gesprochen wurde. Sowohl während der Fahrt als auch bei der Festnahme rief der Wiener mehrmals "Allahu Akbar" (Gott ist groß).

Ein Passant, der einen Zebrastreifen in der Quellenstraße überquerte, konnte sich nur mit einem Hechtsprung retten - "im letzten Moment. Der Beschuldigte wäre nicht stehen geblieben", sagte Keiblinger. Den Passanten habe der 21-Jährige jedenfalls "sicher nicht gekannt", so der Sprecher. Nur durch Glück wurde bei der Wahnsinnsfahrt niemand verletzt oder gar getötet.

21-Jähriger schweigt bei Einvernahme
Im Wagen hatte der junge Mann einen Koran. Die Polizei schließt ein religiöses Tatmotiv nicht aus, das Landesamt für Verfassungsschutz übernahm die Ermittlungen. Den Pkw seines Vaters - einen Peugeot - durfte der Mann laut Keiblinger benutzen. Der 21-Jährige befand sich am Freitag noch in Polizeigewahrsam. Bei seiner Einvernahme schwieg er. "Es liegt keine Aussage von ihm vor, weder zum Tathergang noch zum Motiv", so Keiblinger am Freitag. Am Vormittag wurde von der Staatsanwaltschaft bereits Untersuchungshaft beantragt.

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