Fr, 20. Oktober 2017

Mission zu Ende

30.09.2016 13:37

Sonde „Rosetta“ setzte auf Komet „Tschuri“ auf

Nach exakt zwölf Jahren, sechs Monaten und 28 Tagen ist Europas Raumfahrtagentur ESA das spektakuläre Ende ihrer Mission zur Erforschung eines Kometen geglückt. Die Sonde "Rosetta" setzte am Freitag kontrolliert auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko (kurz "Tschuri") auf, wie das ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt bestätigte.

Am 29. September hatte "Rosetta", aus einer Höhe von etwa 19 Kilometern, mit den Sinkflug begonnen und sich quasi im Fußgängertempo auf den Kometen zubewegt, um vor dem Absturz so viele wissenschaftliche Messungen wie möglich durchzuführen und diese zur Erde zu funken. Die Forscher erwarten sich Daten über Gas und Staub in nie erreichter Nähe zur Oberfläche sowie hochauflösende Aufnahmen des Kometenkerns und der offenen Gruben in der Ma'at-Region, wo der kontrollierte Aufprall des Raumfahrzeugs stattfand.

Die ESA-Animation zeigt, wie die Sonde auf "Tschuri" landete:

Forscher: "Es war ein würdevolles Ende"
Als um 13.20 Uhr MESZ das Signal auf dem Monitor im ESA-Kontrollzentrum erlosch, war es der Schlusspunkt einer mehr als zwölfjährigen Reise über fast sieben Milliarden Kilometer. Es war ein "würdevolles Ende", sagte der Grazer Weltraumforscher Wolfgang Baumjohann. "Ein wenig Wehmut ist nach einer solch erfolgreichen Mission immer dabei. Mit dem Niedergehen auf dem Kometen hat man eine sehr schöne Methode gefunden, das Ganze abzuschließen."

"Rosetta" war - mit dem kühlschrankgroßen Lander "Philae" im Gepäck - 2004 gestartet und nach über zehnjähriger Reise an ihrem Zielkometen angekommen. Das Minilabor "Philae" landete am 12. November 2014 auf "Tschuri" - als erstes von Menschen geschaffenes Gerät.

Mission mit österreichischer Beteiligung
An der langjährigen und höchst erfolgreichen ESA-Mission waren auch österreichische Forschungsinstitute und Unternehmen beteiligt. Technologie und Know-how aus Österreich, wie etwa die Thermalisolation der Raumsonde, haben zu diesem Erfolg beigetragen. Etwa mit einem mehrlagigen speziellen "Schlafsack", mit dem das Einfrieren von "Rosetta" - und der hochempfindlichen Messgeräte an Bord - auf der mehrjährigen Reise verhindert werden konnte.

Das Grazer IWF hatte zur Sonde insgesamt fünf Instrumente beigesteuert, wie etwa das hochpräzise Mikroskop MIDAS, mit dem kleinste Staubpartikel aus der Hülle des Kometen untersucht wurden. Siemens Österreich entwickelte die "Intelligenten Break-Out-Box", die dazu diente, das Gesamtsystem auch bei auftretenden Defekten und Störungen funktionsfähig und auf Kurs zu halten.

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