Di, 17. Oktober 2017

Unter Dauerbeschuss

24.09.2016 16:20

„Heftige Angriffe“: Immer mehr Tote in Aleppo

Kampfflugzeuge haben am Samstag erneut schwere Angriffe auf den von Rebellen gehaltenen Ostteil der syrischen Stadt Aleppo geflogen. Aufständischen zufolge waren vor allem russische Jets im Einsatz. Laut Helfern und der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seit Ende der Waffenruhe in Aleppo mehr als 170 Menschen getötet, darunter 30 Kinder.

"Die Angriffe sind heftig und dauern an", sagte der Direktor der in Großbritannien angesiedelten Beobachtungsstelle, Rami Abdulrahman, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Am Montag war eine Feuerpause nach sieben Tagen nicht verlängert worden. Russland und die USA, die unterschiedliche Kriegsparteien unterstützen, konnten sich nicht auf eine erneute Waffenruhe einigen.

Die syrische Armee hat die nunmehrigen Bombardements als Auftakt einer Offensive bezeichnet, durch die sie die gesamte Stadt wieder unter ihre Kontrolle bringen wolle. Im Osten Aleppos wohnen immer noch mehr als 250.000 Menschen. Einwohnern zufolge werden jetzt Waffen eingesetzt, die größere Zerstörungen anrichten als bisher.

"Über die Hälfte des Zivilschutzes außer Gefecht gesetzt"
"Die meisten Opfer liegen noch unter Trümmern begraben, weil über die Hälfte des Zivilschutzes außer Gefecht gesetzt wurde", sagte ein Rebellensprecher. Die syrische Armee hingegen gibt an, nur Rebellenziele ins Visier zu nehmen und keine zivilen. Der Einsatz verlaufe nach Plan, hieß es. Es würden Präzisionswaffen eingesetzt, um Ziele wie Tunnels, Bunker und Kommandozentralen der Aufständischen zu zerstören.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zeigte sich tief besorgt über die Lage der Zivilisten in Aleppo. Keine Hilfe, auch nicht dringend benötigte medizinische Versorgung, könne in die betroffenen Gebiete. In vielen Gebieten könnten die zahlreichen Verwundeten und Kranken nicht versorgt werden, sondern würden sich selbst bzw. dem Tod überlassen.

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