Mo, 20. November 2017

Schwere Vorwürfe

24.09.2016 17:04

Causa Spitalsärzte: Jetzt Streit um Ambulatorien!

Der seit Monaten schwelende Streit zwischen der Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und der Ärztekammer ist um eine Facette reicher: Hörte man in der Diskussion um Nachtdienste und Überstunden zuletzt versöhnliche Töne, flammt der Konflikt nun neu auf. Der Grund: die Gründung von Ambulatorien.

Es sah eigentlich schon ganz gut aus: Im Streit um Nachtdienste und Überstunden gab die Stadträtin nach, die Ärztekammer legte daraufhin - wie berichtet - ihre Streikdrohung auf Eis. Doch die Friedenspfeife ist schon wieder verraucht! Jetzt sorgt die Gründung von Ambulatorien für neuen Zündstoff. Um die Spitäler zu entlasten, wollen Mediziner diese Kombination aus Arztpraxis und Krankenhaus schaffen.

Die Wiener Landesregierung stimmt der Initiative grundsätzlich zu. Die niedergelassenen Ambulatorien wären mit Kassenverträgen ausgestattet, Patienten reicht die e-card für eine Behandlung. Das wiederum würde in den völlig überlasteten Spitalsambulanzen für Entspannung sorgen.

"Ärztekammer verhindert Verbesserung der Versorgung"
Doch die Ärztekammer erhob Einspruch. Sie befürchtet, Großkonzerne könnten in das Geschäftsmodell einsteigen, während klassische Arztpraxen nur Mediziner führen dürfen. Wehsely erhebt nun schwere Vorwürfe: "Die Ärztekammer verhindert gezielt die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Wien." Es könne nicht sein, "dass die Ärztekammer hier eine rechtliche Stellung hat und dafür sorgt, dass medizinische Versorgung nicht stattfindet", so die Stadträtin.

Zwar liegt die Streikdrohung bis auf Weiteres auf Eis, die Fronten zwischen Politik und Ärztekammer sind aber wieder verhärtet.

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