Mi, 22. November 2017

Fischer erklärt:

23.09.2016 15:58

„Stimme wie bei letzter Wahl für Van der Bellen“

Alt-Bundespräsident Heinz Fischer wird am 4. Dezember "ebenso wie bei der letzten Wahl" Alexander Van der Bellen wählen. Deutlich wie bisher nie hat der ehemalige Staatschef, dessen Nachfolger nach wie vor nicht gekürt wurde, am Freitag seine politische Präferenz bekannt gegeben. Im Rahmen der Vorstellung seines neuen Buches "Eine Wortmeldung" rief Fischer die Österreicher auf, zur Wiederholung der Hofburg-Stichwahl zu gehen und ihre Stimme abzugeben. "Werfen Sie Ihre Stimme nicht weg", appellierte er.

Aktuell besonders spannend fanden es die anwesenden Journalisten im Wiener Café Landtmann freilich, dass Fischer im druckfrischen Text ankündigt, am 4. Dezember für Van der Bellen zu stimmen. "Ich werde den Enkelkindern später einmal erzählen, warum ich nach sorgfältiger Überlegung bei der Bundespräsidenten-Stichwahl am 22. Mai 2016 für Professor Alexander Van der Bellen gestimmt habe, den ich seit Langem kenne und zu dem ich Vertrauen habe."

Essay zur Lage der österreichischen Demokratie
Und: "Ich werde durch meine neuerliche Stimmabgabe für Van der Bellen jene (Mit-)Verantwortung übernehmen, die dem Gedanken der Demokratie zugrunde liegt, für die wir alle Verantwortung tragen", schreibt Fischer in seinem 56-seitigen Essay zur Lage der österreichischen Demokratie, dem auch noch die Rede des Bundespräsidenten anlässlich seiner Verabschiedung im Parlament sowie ein Nachwort der Journalistenlegende Hugo Portisch angehängt sind.

Fischer hielt bei der Präsentation des Buches auch fest: "Die Bürger des Landes sind mündig genug, um ohne Wahlempfehlung auszukommen. Da dieses Wort umstritten ist, werde ich mich nicht auf das Terrain einer Auseinandersetzung um dieses Wort begeben."

"Werde kein Wahlkampfmitarbeiter von Van der Bellen sein"
Auf die Frage, ob er Van der Bellen im Wahlkampf unterstützen werde, stellte Fischer klar: "Ich werde nicht ein Wahlkampfmitarbeiter von Van der Bellen sein, ich werde keine Wahlkampfaktivitäten im Einzelnen unterstützen." Beim ersten Wahldurchgang habe er seinen guten Freund "Rudi Hundstorfer" (SPÖ, Anm.) gewählt, ließ Fischer wissen.

Seine SPÖ-Mitgliedschaft habe er nicht wieder aktiviert, sagte das ehemalige Staatsoberhaupt noch auf Nachfrage. Und er habe das auch nicht vor, denn an seiner Grundhaltung für "Demokratie, Menschenrechte, die Rücksichtnahme auf die Schwächeren" ändere sich ohnehin nichts.

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