Mo, 11. Dezember 2017

Mutiger Vorstoß

17.09.2016 16:44

Fall Marcic: Ende der Verehrung

Eine - eher unfaire - Attacke der Bürgerliste gegen die Baustadträtin der NEOS führte jetzt endlich zu einem Vorstoß im Fall Marcic: Der frühere Uni-Rektor schrieb den berüchtigten "Gaskammer-Kommentar" und holte SS-Offiziere nach Salzburg. Die NEOS werden den Fall der Marcic-Straße nun aufgreifen.

Josef Thorak war der Lieblingsbildhauer von Hitler. Nach ihm ist eine Straße in Aigen benannt. Da die Straßenschilder immer wieder beschmiert wurden, ließ die zuständige Abteilung die Tafeln beschichten und hängte sie höher. Das missfiel der Bürgerliste, die schon lange eine Umbenennung fordert. Die Bürgerliste griff allerdings bisher den Fall Marcic nicht auf, da ein Medien-Preis nach dem früheren Rektor der Universität benannt ist.

Straßennamen werden überprüft
NEOS-Klubobmann Sebastian Huber zur "Krone": "Die Attacke gegen unsere Baustadträtin Dr. Barbara Unterkofler ist unfair. Sie muss ja auf einen Beschluss des Gemeinderates warten, wenn sie andere Straßentafeln anbringen lässt. Wir lassen uns ganz sicher nicht ins rechte Eck rücken - wir haben zahlreiche Aktionen zur Aufklärung über die NS-Geschichte veranlasst." Klubchef Huber will nun alle historisch "bedenklichen" Straßennamen überprüfen lassen. Und im Gespräch mit der "Krone" hält er klar fest: "Dazu gehört auch die Marcic-Straße in der Rosittensiedlung."

Univ. Prof. Marcic arbeitete - wie die "Krone" berichtete - in der Hitler-Zeit im Konsulat des faschistischen Ustascha-Staates Kroatien in der Gau-Hauptstadt Wien. Nach dem Krieg drohte er jüdischen Mitbürgern "mit der Gaskammer" und dann bekam Historiker Robert Obermair heraus, dass Marcic ehemalige SS-Offiziere und KZ-Aufseher als Lehrer an die Universität Salzburg geholt hatte.

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