So, 19. November 2017

Niqab als Zankapfel

15.09.2016 11:16

Shitstorm auf Facebook gegen „rassistischen“ Wirt

Einen gewaltigen Shitstorm hat ein Kneipenwirt im deutschen Bielefeld in Nordrhein-Westfalen heraufbeschworen. Der 58-Jährige hatte am vergangenen Wochenende eine vollverschleierte Frau seines Lokals verwiesen, als sie sich weigerte, ihren Niqab abzulegen. Von rassistischen Beweggründen, wie ihm vielfach im Netz unterstellt wird, will der Gastronom aber nichts wissen: "Rassismus? Lächerlich!"

Im Rahmen einer Veranstaltung war der Wirt des Lokals "Seekrug" am Samstag mit der Frau aneinandergeraten. Als er sie aufforderte, ihren Gesichtsschleier abzunehmen, weigerte sich die Frau, der Bitte nachzukommen. Doch "ich möchte meine Gäste sehen", sagte der 58-jährige Christian Schulz am Donnerstag gegenüber dem "Westfalenblatt".

"Haben Sie eine Textilallergie?" habe die Betroffene entgegnet, berichtete Schulz dem Blatt - die Frau habe demnach mit ihm diskutieren wollen. "Das tue ich aber grundsätzlich nicht, wenn ich Leute vor die Tür setze, zum Beispiel erkennbare Neonazis", so der 58-Jährige. Der Gastronom machte schließlich von seinem Hausrecht Gebrauch - laut deutschem Recht und dem geltenden Diskriminierungsverbot darf ein Wirt zwar aufgrund der Religion keinem Gast den Einlass verwehren, muss allerdings auch nicht radikale Symbole wie etwa die Vollverschleierung akzeptieren. Also forderte Schulz die Frau auf, den Biergarten zu verlassen.

Shitstorm auf Facebook-Seite des Lokals
Sie verließ daraufhin samt ihrer weiblichen Begleitung schimpfend das Lokal - doch damit war der Vorfall noch nicht vom Tisch. Denn nur Stunden später brach auf der Facebook-Seite des Lokals ein wahrer Shitstorm über den Gastronomen herein. Die Einträge stammten dabei unter anderem auch von Facebook-Nutzern, deren Konten erst kurze Zeit zuvor angelegt worden waren. Neben desaströsen Bewertungen rund um das angebotene Essen, die unfreundliche Bedienung und mangelnde Hygiene musste sich Schulz auch den Vorwurf gefallen lassen, ein Rassist zu sein.

"Lächerlich", so der 58-Jährige. Immerhin beschäftige er "Menschen aus der ganzen Welt, aus Ghana, der Türkei, Ägypten, der Ukraine, Polen, Pakistan, Portugal", wie er in der "Bild" zitiert wird - und untermauerte das auch gleich mit dem Tausch des Profilbildes auf der Facebook-Seite des Lokals, das Schulz nun mit seinem Küchenchef George zeigt.

"Jemand mit Courage und klarer Linie - vielen Dank dafür"
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Ostwestfalen-Lippe jedenfalls stärkt dem Gastronomen den Rücken. "Wir stehen voll hinter Herrn Schulz, der natürlich das Hausrecht hat", so Geschäftsführer Thomas Keitel. Und auch auf Facebook drehte sich ab Mitte der Woche etwas der Wind, Schulz erntete vielfach Zuspruch für sein konsequentes Verhalten in der Causa. "Sehr gut!!! Ich hätte mich genauso verhalten! Jemand mit Courage und klarer Linie - vielen Dank dafür. Wir brauchen mehr Leute wie Sie, die unsere Werte vertreten. Danke dafür!", meinte etwa ein User auf Facebook.

Spurlos ging der Vorfall samt heftigem Shitstorm an Christian Schulz jedoch nicht vorbei, wie er am Donnerstag via Facebook erklärte:

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