Di, 21. November 2017

Erleichterung

14.09.2016 21:29

Der Flughafen ist nicht zu laut

Paukenschlag im Fluglärm-Streit zwischen Salzburg und Bayern: Wie die "Krone" jetzt erfahren hat, sind im Verfahren zur Festsetzung des Lärmschutzbereiches für den Flughafen Salzburg von bayerischer Seite her ausnahmslos alle Einwendungen seitens der Anrainergemeinden als unbegründet abgewiesen worden.

Das zuständige bayerische Ministerium ist nach eingehender Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass der Fluglärm zu gering ist. Die Beschwerden seitens der Kommunen und der Bundesvereinigung gegen Fluglärm wurden daher als unbegründet eingestuft. Grundlage hierfür sind die Lärmgrenzen, die im Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm festgelegt worden sind. Für den Lärmschutzbereich bei einem bestehenden Flugplatz gelten demnach folgende Werte: In der "Tag-Schutzzone 1" darf ein Lärmpegel von 65 dB nicht überschritten werden, in der "Tag-Schutzzone 2" liegt die Grenze bei 60 dB und in der "Nachtschutzzone" bei 55dB. So zeigt der Vergleich der Lärmflächen, dass sich die Fluglärmschutzzone zwischen 60 und 65 dB nur zu 9,8 Prozent auf deutschem, aber zu 90,2 Prozent auf österreichischem Hoheitsgebiet befindet. Die Fluglärmschutzzone größer 65 dB befindet sich sogar zu 100 Prozent in Österreich.

Gesprächsklima ist angespannt
Betroffen vom Flug-Lärm sind auf bayerischer Seite lediglich zwei Gebiete im Süden von Freilassing: ein Waldgebiet zwischen der Bundesgrenze und der Bundesstraße B20 sowie fünf Wohnobjekte beim Heideweg. Für die außerhalb des Lärmschutzbereiches wohnende Bevölkerung liegt daher keine erhebliche Belästigung durch den Flugverkehr des Flughafens vor. Vor diesem Hintergrund kommt die Stadt Salzburg in einer Stellungnahme daher zu dem Ergebnis, dass es "nicht nachvollziehbar" ist sowie auch "objektiv jeglicher inhaltlicher Grundlage entbehrt", wenn daher von einer ungerechten Lärmlastverteilung des Salzburger Flugbetriebs weiterhin die Rede ist. Kommenden Mittwoch ist wieder eine Sitzung des Bürgerbeirates. Das Gesprächsklima ist angespannt, nachdem die bayerische Seite im Juni ausgetreten war. LH-Vize Christian Stöckl hofft trotzdem noch auf Konsens und will jetzt auf Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher (CSU) zugehen, damit die Verhandlungen nicht abbrechen.

Salzburgs SPÖ-Klubchef Bernhard Auinger findet da schon deutlichere Worte: "Ich erwarte mir von bayrischer Seite endlich wieder ein konstruktives Miteinander, um den Wirtschaftsstandort nicht weiter zu schädigen." Immerhin würden ja bayerische Unternehmen auch mit der Nähe zum Flughafen werben. Am Sonntag feiert der Flughafen übrigens mit einem großen Festakt sein 90-jähriges Bestehen.

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