So, 17. Dezember 2017

Giurgiu vs. Austria

14.09.2016 16:27

Daum: "Ich warne vor einem bösen Erwachen!"

Rumäniens Teamchef Christoph Daum, der 2003 Violett zum Double führte, spricht im "Krone"-Interview über das Europa-League-Duell Giurgiu vs. Austria.

Seit seiner Trainertätigkeit bei der Austria, die er 2003 zum Double geführt hatte, hat er die Violetten nie aus den Augen verloren - seit Sommer ist er Teamchef von Rumänien, jenem Land, in dem die Austria am Donnerstag gegen den amtierenden Meister in die Gruppe E der Europa League startet. Im Interview mit der "Krone" spricht Christoph Daum (62) über dieses Auftaktduell und seinen neuen Teamchefjob.

"Krone": Astra Giurgiu gegen die Austria - ein besonderes Spiel für Sie?
Christoph Daum: Für mich natürlich doppelt interessant, mein Ex-Klub gegen den Meister jenes Landes, in dem ich Teamchef bin. Leider kann ich in Bukarest nicht dabei sein, da ich bei einer FIFA-Tagung in Zürich bin. Aber mein Assistenztrainer sitzt im Stadion.

"Krone": Rumäniens Meister ist in Österreich eine große Unbekannte - was kann man über die Mannschaft sagen?
Daum: Sie sind nicht gut in die Meisterschaft gestartet, haben aber in der Europa-League-Qualifikation West Ham rausgekegelt, in London 1:0 gewonnen. Das sollte der Austria Warnung genug sein.

"Krone": Gibt es einen Spieler, den Sie als besonders gefährlich ansehen?
Daum: Stürmer Denis Alibec. Ein bulliger, ganz gefährlicher Typ. Ich hatte ihn zuletzt nur deswegen nicht in die Nationalmannschaft einberufen, da er länger verletzt gewesen war. Aber wir beobachten ihn weiter ganz genau.

"Krone": Sie verfolgen beide Teams, wer wird für Sie in diesem Duell die Nase vorn haben?
Daum: Ich sehe die Austria in einer leichten Favoritenrolle, aber noch einmal: Wenn sie nicht aufpasst, dann kann es ein böses Erwachen geben.

"Krone": Das Stadion wird in Bukarest praktisch leer sein - wundert Sie das?
Daum: Der Fußball in Rumänien muss sich neu aufstellen, das Vertrauen der Fans wieder gewinnen. Da ist Österreich viel weiter.

"Krone": Müssen Sie dieses "Neu-Aufstellen" auch bei der Nationalmannschaft in Angriff nehmen?
Daum: Da geht es mir genauso. Es hängen keine neuen Spieler an den Bäumen, ich kann nicht nur Junge einberufen, muss den richtigen Mix finden.

"Krone": Hätte ja im ersten Spiel der WM-Qualifikation gegen Montenegro fast geklappt.
Daum: Erinnern Sie mich nicht daran. Wir gingen in der 85. Minute in Führung, danach jubelten die Jungs anscheinend zu lange, kassierten nur zwei Minuten später den Ausgleich, in der Nachspielzeit vergaben wir einen Elfmeter. Ich will Aufbauarbeit leisten, bin aber kein Zauberer, alles braucht seine Zeit.

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