So, 19. November 2017

Mega-Pharma-Deal

14.09.2016 13:46

Bayer kauft für knapp 66 Mrd. Euro Monsanto

Nach monatelangem Ringen um den US-Saatgutriesen Monsanto hat Bayer-Chef Werner Baumann die bisher größte Übernahme eines deutschen Unternehmens perfekt gemacht. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern legt für Monsanto 66 Milliarden Dollar (rund 58,6 Milliarden Euro) auf den Tisch. Damit ist es auch der größte Zukauf in der mehr als 150-jährigen Firmengeschichte von Bayer seit dem Kauf des Pharmakonzerns Schering für 17 Milliarden Euro vor zehn Jahren.

"Diese Entscheidung ist ein wichtiger Schritt für unsere Division Crop Science", sagte Baumann am Mittwoch. Gemeinsam mit Monsanto steigt Bayer zum weltweit führenden Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut auf.

Kaufangebot musste mehrmals erhöht werden
Die Leverkusener erhöhten ihre Offerte für Monsanto zuletzt erneut leicht auf 128 Dollar je Aktie und konnten sich damit schließlich die Gunst der Amerikaner sichern. Bayer hatte in den seit Monaten andauernden Verhandlungen sein Angebot mehrmals scheibchenweise erhöht. Gestartet war der Aspirin-Hersteller im Mai mit 122 Dollar je Anteilsschein, Anfang September stellte der Konzern 127,50 Dollar je Monsanto-Aktie in Aussicht, nun einigte man sich auf 128 Dollar.

Wird Pharmageschäft unter Fusion leiden?
Nach Einschätzung von Markexperten ist der Kauf der Amerikaner für Bayer strategisch sinnvoll. Bei vielen Bayer-Anteilseignern waren Baumanns Übernahmepläne bisher gleichwohl auf wenig Gegenliebe gestoßen. Sie hatten den Zukauf als zu teuer kritisiert und haben Bedenken, dass durch die Übernahme von Monsanto das Pharmageschäft zu kurz kommen könnte.

Der US-Saatgutriese hat zudem ein denkbar schlechtes Image und steht wegen seiner aggressiven Geschäftspraktiken und seiner gentechnisch veränderten Produkte seit Jahren in der Kritik. Die Amerikaner sind auch der Entwickler des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Andere "Konzernhochzeiten" in der Pharmabranche
Bayer und Monsanto sind nicht die einzigen Konzerne in der Branche, die ihr Heil in Zusammenschlüssen und Übernahmen suchen. Der chinesische Staatskonzern ChemChina schluckt gerade die Schweizer Syngenta für 43 Milliarden Dollar. Ende 2015 war bereits der Zusammenschluss der US-Konzerne Dow Chemical und Dupont zu einem neuen Branchenriesen auf den Weg gebracht worden. Fallende Getreidepreise und instabile Märkte in den Schwellenländern haben den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zuletzt zugesetzt. Der deutsche Chemieriese BASF ist bisher aufs Übernahmekarussell nicht aufgesprungen.

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