Sa, 25. November 2017

WM-Steuerverfahren

14.09.2016 12:23

Ex-DFB-Präsident Zwanziger verklagt Land Hessen

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger verklagt das Land Hessen wegen des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main. "Ich kann bestätigen, dass die Anklage eingereicht ist", sagte der 71-Jährige am Mittwoch. Zwanziger fühlt sich im Zuge der Affäre um die Fußball-WM 2006 zu Unrecht dem Verdacht der Steuerhinterziehung ausgesetzt und fordert 25.000 Euro Schmerzensgeld.

Zudem will er 25.000 Euro Schadenersatz für Anwalts- und Gutachterkosten. Ausführlich wollte sich Zwanziger am Mittwoch nicht äußern und verwies auf seinen Anwalt Hans-Jörg Metz. Dieser sagte der "Bild"-Zeitung: "Mein Mandant hat keine Steuererklärung unterschrieben und zu keinem Zeitpunkt irgendeinen Einfluss auf die Formulierung genommen."

Im Zusammenhang mit der Affäre um die Fußball-WM 2006 in Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Zwanziger, seinen Nachfolger als DFB-Präsident, Wolfgang Niersbach, und den früheren Generalsekretär Horst R. Schmidt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Dabei geht es um eine bis heute ungeklärte Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro. Diese hatte der frühere Adidas-Chef Louis-Dreyfus zunächst im Auftrag der deutschen WM-Macher an den Weltverband FIFA geleistet, das Geld wurde dann kurz vor der WM falsch deklariert an den Franzosen zurückgezahlt.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt indes unter anderem gegen Zwanziger, Niersbach und den damaligen OK-Chef Franz Beckenbauer. Die Behörde hatte kürzlich mitgeteilt, dass sie ein Strafverfahren "insbesondere wegen des Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäscherei sowie der Veruntreuung" eröffnet habe.

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