Di, 12. Dezember 2017

"Verhandlungsfähig"

12.09.2016 12:17

Grazer Amokfahrer muss vor Gericht erscheinen

Der Amokfahrer von Graz, Alen R., wird am 20. September vor Gericht erscheinen müssen. Laut Psychiater Manfred Walzl ist der 27-Jährige verhandlungsfähig, teilte das Gericht am Montag mit. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Juni des Vorjahres bei seiner Fahrt durch die steirische Landeshauptstadt drei Menschen getötet und rund 100 verletzt zu haben.

Zuletzt hatte der Anstaltsarzt der Haftanstalt im niederösterreichischen Göllersdorf Zweifel an der vollständigen Verhandlungsfähigkeit von Alen R. geäußert. Laut Angaben des Mediziners wäre es demnach möglich, dass die Konfrontation des Amokfahrers mit seinen Opfern zu einem Gewaltausbruch führen könnte - eine interessante Beurteilung, zumal sich der 27-Jährige ja nicht an seine blutige Amokfahrt in der Grazer Innenstadt erinnern will. Der vorsitzende Richter hatte deshalb Psychiater Walzl beauftragt, diese Einschätzung zu überprüfen.

Verhandlungsfähigkeit gegeben
Walzl hatte Alen R. bereits vor längerer Zeit untersucht und für zurechnungsfähig erklärt. Sein Kollege Peter Hofmann befand in einem zweiten Gutachten, dass der Mann nicht zurechnungsfähig sei. Diesmal wurde erneut Walzl beigezogen, der den 27-Jährigen nun am Wochenende untersucht und in einem ausführlichen Gutachten festgestellt hat, dass er verhandlungsfähig sei. Dieser Meinung war auch Hofmann in einer Stellungnahme vom 8. September, wo es hieß, dass es "derzeit keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass beim Betroffenen Verhandlungsunfähigkeit besteht".

Kleine Umbauarbeiten am Gericht
Der Prozess sollte nun planmäßig ab 20. September im Schwurgerichtssaal des Straflandesgerichtes Graz über die Bühne gehen, wo derzeit noch einige Umbauten durchgeführt werden. So wird etwa jener Saal, in dem die Verhandlung stattfinden wird, mit einer Rampe ausgestattet, damit die vielen Opfer und Zeugen ungehindert Zugang haben.

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