Di, 17. Oktober 2017

Weltweite Empörung

09.09.2016 07:36

Nordkorea zündete trotz Verbots erneut Atombombe

Trotz eines internationalen Verbots hat Nordkorea allem Anschein nach zum fünften Mal eine Atombombe zu Testzwecken gezündet. Freitagfrüh sei ein "neu entwickelter Atomsprengkopf" zur Explosion gebracht worden, teilte die Führung in Pjöngjang mit. Laut Angaben der südkoreanischen Regierung handelte es sich um den bisher stärksten Atomwaffentest in dem abgeschotteten Land. Die internationale Gemeinschaft zeigt sich empört und besorgt.

Das nordkoreanische Staatsfernsehen berichtete von einem "erfolgreichen Test". Man habe den Beweis erbracht, dass Nordkorea in der Lage sei, einen verkleinerten Atomsprengkopf auf eine Trägerrakete zu montieren.

Freitagfrüh hatten internationale Erdbebenwarten Erdstöße der Stärke 5,3 im Bereich des nordkoreanischen Atomtestgeländes Pyunggye Ri registriert. Die US-Erdbebenwarte USGS teilte mit, sie könnten von einer "möglichen Explosion" herrühren. Südkoreanische Geologen sprachen von einem "künstlichen Erdbeben", das "fast identische Merkmale" mit den Erdstößen bei früheren Atomwaffentests in Nordkorea aufweise.

Südkorea: "Manische Rücksichtslosigkeit"
"Wir gehen von einem Nukleartest aus", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Demnach sei eine Detonationsstärke von rund zehn Kilotonnen gemessen worden. Das wäre der stärkste der bisher fünf nordkoreanischen Atomwaffentests. Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye zeigte sich Freitagfrüh empört und warf der nordkoreanischen Führung "manische Rücksichtslosigkeit" vor, mit der sie "ihren Weg zur Selbstzerstörung" beschleunige.

Japan legt "schärfsten Protest" ein
Die japanische Regierung kündigte die Entsendung von Spezialflugzeugen an, die Luftproben entnehmen und auf Radioaktivität prüfen sollten. "Ein nordkoreanischer Atomtest ist für Japan nicht hinnehmbar. Wir legen schärfsten Protest ein", sagte Ministerpräsident Shinzo Abe. Nordkoreas atomare Entwicklung "wird zu einer immer schwereren Bedrohung der Sicherheit Japans und untergräbt den Frieden und die Sicherheit in der Region".

USA drohen mit "ernsthaften Konsequenzen"
US-Präsident Barack Obama kündigte "ernsthafte Konsequenzen" für jede Art von Provokation des abgeschotteten Landes an. Obama habe sich zudem erneut zum Schutz der US-Verbündeten in der Region bekannt, sagte sein Sprecher Josh Earnest. Der US-Präsident werde in den kommenden Tagen "weiter mit unseren Verbündeten und Partnern beraten, um sicherzustellen, dass provokativen Aktionen Nordkoreas mit ernsthaften Konsequenzen begegnet wird".

Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow verurteilte den Atomwaffentest, der zeige, dass die UN-Sanktionen gegen Nordkorea kein Allheilmittel seien. "Man muss eine Lösung für das Atomproblem auf der koreanischen Halbinsel viel breiter angehen - unter aktiver Nutzung aller politisch-diplomatischen Mittel", sagte er. Frankreichs Präsident Francois Hollande rief den UNO-Sicherheitsrat auf, auf "diese Verletzung seiner Resolutionen" zu reagieren.

Auch Verbündeter China verärgert
China, der wichtigste Verbündete Nordkoreas, protestierte ebenfalls gegen den Test. Das Außenministerium in Peking sprach von Chinas "entschiedenem Widerstand" gegen den unterirdischen Versuch. Man dränge Nordkorea, seine Verpflichtungen für eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen und für Frieden und Stabilität in Nordostasien einzuhalten.

IAEO: "Zutiefst beunruhigender Akt"
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) mit Sitz in Wien bezeichnete den Test als "zutiefst beunruhigenden und bedauerlichen Akt". "Dies ist eine klare Verletzung zahlreicher Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und eine vollständige Missachtung der wiederholten Forderungen der internationalen Gemeinschaft", so IAEO-Direktor Yukiya Amano.

UN-Sanktionen zeigen keine Wirkung
Auf dem Gelände Pyunggye Ri hatte Nordkorea zuletzt im Jänner eine Atombombe gezündet. In den folgenden Monaten setzte sich das Land immer wieder mit Raketentests über ein internationales Verbot hinweg. Der UN-Sicherheitsrat hatte wegen früherer Verstöße bereits harte Sanktionen gegen Nordkorea verhängt.

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