Sa, 18. November 2017

Anschlag vereitelt

09.09.2016 18:11

Terrorverdächtige in Paris schwor IS die Treue

Nach der Entdeckung eines Autos mit Gasflaschen in der Pariser Innenstadt hat die Polizei am Donnerstag bei einer Anti-Terror-Razzia drei Frauen festgenommen. Eine von ihnen habe einem Beamten mit einem Messer in die Schulter gestochen, teilten die Ermittler am Freitag mit. Die 19-Jährige sei mit Schüssen außer Gefecht gesetzt worden. Sie habe der Terrormiliz Islamischer Staat die Treue geschworen und zudem in Belgien Dschihadisten angeworben. Laut dem französischen Innenministerium hatten die verhafteten Frauen einen Anschlag auf einen zentral gelegenen Bahnhof in Paris verüben wollen.

Die Polizisten hatten der jungen Frau nach der Attacke ins Bein geschossen. Sie sei eine der Töchter jenes Mannes, der das Auto mit den Gasflaschen besessen habe, hieß es. Der Wagen war am Wochenende in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame im Herzen von Paris entdeckt worden.

Das Fahrzeug hatte keine Nummernschilder, die Warnblinker waren eingeschaltet und im Innenraum lag eine Gasflasche. Diese war leer, im Kofferraum befanden sich aber fünf volle Gasflaschen. Eine Vorrichtung, mit der sie als Sprengsatz gezündet werden hätten können, wurde nicht entdeckt. Der Autobesitzer war im Laufe der Fahndung festgenommen und dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach Angaben der Behörden habe er erklärt, dass seine Tochter mit seinem Auto verschwunden sei.

Anschlag auf Pariser Bahnhof geplant
Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, die bei der Razzia verhafteten "fanatisierten und radikalisierten" Frauen im Alter von 19, 23 und 39 Jahren hätten "offenkundig neue Gewaltakte vorbereitet, die unmittelbar bevorstanden". Deshalb seien die Behörden unter großem Zeitdruck gestanden. Das Innenministerium präzisierte, die Frauen hätten einen Anschlag auf den Bahnhof Gare de Lyon im Südosten von Paris geplant.

Dschihadisten in Belgien angeworben
Wie der belgische TV-Sender RTBF am Freitagnachmittag meldete, hat die 19-Jährige belgische Dschihadisten für den bewaffneten Kampf in Syrien angeworben. Sie sei demnach in Kontakt zu Islamisten in der Region um die Stadt Charleroi in der Nähe der französischen Grenze gestanden. Einige dieser Islamisten seien inzwischen festgenommen worden. Die belgische Staatsanwaltschaft wollte den Bericht mit Verweis auf die Ermittlungen in Frankreich nicht kommentieren.

Eine Verflechtung der Dschihadisten-Netzwerke in beiden Ländern ist seit Längerem bekannt. Die Anschläge von Paris am 13. November mit 130 Toten wurden hauptsächlich in Belgien geplant.

Experten sehen "neue Entwicklung"
Sicherheitsexperten nannten es gegenüber den Medien ungewöhnlich, dass Frauen im Zentrum der Anti-Terror-Razzia waren. Das sei eine "neue Entwicklung", denn die bisherigen Attentate in Frankreich seien ausschließlich von Männern verübt worden.

Frankreich wird seit eineinhalb Jahren von einer beispiellosen Terrorserie erschüttert. Cazeneuve sagte mit Blick auf die Anschläge, das Land sei mit einer terroristischen Bedrohung bisher ungekannten Ausmaßes konfrontiert. "Diese Bedrohung erfordert eine unerbittliche Mobilisierung unserer Polizei- und Geheimdienste."

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