Sa, 18. November 2017

Drama bei Glockner

09.09.2016 09:42

Hannes Arch bei Hubschrauberabsturz getötet

Drama in der Nacht auf Freitag im Großglocknergebiet: Kunstflugpilot Hannes Arch kam bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Ein zweiter Insasse aus Deutschland im Alter von 62 Jahren - er war spontan mit Arch mitgeflogen - wurde schwerst verletzt und mit einem Rettungshubschrauber geborgen. Oben im Video sehen Sie einen Nachruf auf den erfolgreichsten Kunstflieger Österreichs.

Arch hatte mit seinem Hubschrauber in der Nacht einen Transportflug zu einer Hütte absolviert, als es zu dem Unglück kam. Die Ursache des Absturzes ist bislang unklar, sagte Ewald Dorner von der Polizeiinspektion Heiligenblut: "Es war ein angemeldeter Nachtsichtflug, das Wetter war gut. Unter solchen Umständen ist ein Flug eigentlich kein Problem."

Doch nur kurze Zeit nach dem Start auf etwa 2300 Metern Seehöhe oberhalb der Elberfelderhütte zerschellte der Hubschrauber an einer Felswand und blieb in einer sehr steilen Felsrinne liegen.

Mehrstündiger Fußmarsch zur Absturzstelle
Bald nach dem Absturz gelang es, erste Trümmer des Hubschraubers zu orten. Währenddessen lief auch ein Großeinsatz der Bergrettung an, so Dorner: "Bergretter aus Heiligenblut, Winklern und Lienz sind sofort zum Unglücksort aufgestiegen - da die Absturzstelle so abgelegen ist, dauerte der Aufstieg drei Stunden lang." Die 41 Bergretter, unter ihnen drei Notärzte, langten dann gegen 4.30 Uhr beim Wrack ein und sicherten es.

Als die Helfer schließlich eintrafen, sei für den 49-Jährigen bereits jede Hilfe zu spät gekommen, hieß es.

Überlebender war spontan mitgeflogen
Der zweite Insasse des Hubschraubers stammt aus Deutschland, wie am Freitagvormittag bekannt wurde. "Er wollte nach Salzburg mitfliegen. Dass er überhaupt mitgekommen ist, ist spontan zustande gekommen", hieß es von der Polizei. Er überlebte den Absturz mit schwersten Verletzungen und wurde in den frühen Morgenstunden geborgen. Hubschrauber brachten die Bergretter wieder ins Tal. An Ort und Stelle blieben drei Beamte, die das Wrack beaufsichtigten.

Für den Nachmittag werden Experten der Flugunfallkommission am Absturzort erwartet - sie sollen den Hubschrauber untersuchen, um Details über die Unglücksursache in Erfahrung zu bringen, so ein Polizeibeamter.

"Sein furchtloser Rennstil erschütterte die gesamte Flugwelt"
Arch galt als einer der besten Kunstflugpiloten der Welt. Geboren 1967 im steirischen Leoben, startete er 2007 als erster Österreicher beim Red Bull Air Race. In seiner zweiten Saison gewann er seine ersten Rennen und eroberte den Weltmeistertitel. Auch in den darauffolgenden Jahren blieb Arch erfolgreich und wurde dreimal Vizeweltmeister. "Der schönste Moment war es, mein erstes Rennen in Budapest 2008 zu gewinnen. Genau das ist dein Traum als Rennpilot - zu gewinnen", sagte Arch einmal. Zuletzt errang der Steirer im Juli beim Air Race in Budapest den zweiten Platz. "Sein furchtloser Rennstil erschütterte die gesamte Flugwelt und änderte die Dynamik des Sports", so Red Bull. Arch sei "immer fokussiert" gewesen und "höchst intensiv" geflogen.

Zudem hatte sich der Extremsportler auch als Base-Jumper einen Namen gemacht. Zu seinen spektakulärsten Projekten zählten die Sprünge von der Eiger-Nordwand im Jahr 2000 und der Matterhorn-Nordwand 2003. Arch lebte in Salzburg und hinterlässt seine Lebensgefährtin, das deutsche Stunt- und Actionmodel Miriam Höller.

Wenige Stunden vor dem Absturz postete er noch ein Foto auf seiner Facebook-Seite:

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