Fr, 15. Dezember 2017

"Bodenlose Sauerei"

08.09.2016 16:49

Halbmond statt Gipfelkreuz erhitzt Gemüter

Erneut Aufregung um Gipfelkreuze: Nachdem ein Unbekannter im bayrischen Grenzgebiet mehrere der religiösen Symbole massiv beschädigt hatte, sich danach die Bergsteigerlegende Reinhold Messner mehr oder weniger für die Abschaffung der Kreuze aussprach, legte nun auch noch ein Schweizer Künstler nach: Er ließ einen fast drei Meter großen Halbmond auf dem Gipfel des Berges "Freiheit" in den Appenzeller Alpen aufstellen.

Die Aktion des Schweizers Christian Meier sorgt nicht nur in dessen Heimatland für erhitzte Gemüter. Den Halbmond, der nachts beleuchtet wird, habe er als Reaktion gegen "diese absurden Gipfelkreuze" aufgestellt, sagte Meier dem Sender FM1 Today.

Der 38-Jährige Appenzeller, der meist in Peking lebt, ist laut Schweizer Medienberichten bekennender Atheist und versteht sein Gipfelwerk als Ausdruck des Protestes gegen den Missbrauch religiöser Symbole. "Immer wenn ich zurückkomme, gehe ich wandern und sehe alle diese absurden Gipfelkreuze - da musste ich halt etwas machen", sagte er laut FM1 Today.

"Ich wollte provozieren - das habe ich geschafft"
Bei vielen Schweizern kommt Meier damit gar nicht gut an. "Das ist doch der Gipfel der Frechheit. Eine bodenlose Sauerei", zitiert der Sender einen Wanderer. Der Chef der Kantonsregierung von Appenzell Innerrhoden, Roland Inauen, sagte: "Wir können solche Aktionen nicht tolerieren." Man habe den Künstler aufgefordert, die ohne Genehmigung aufgestellte Skulptur zu entfernen. Dazu Meier: "Ich wollte provozieren - das habe ich geschafft."

Gipfelkreuze in Bayern beschädigt
Eine ähnliche Diskussion um Gipfelkreuze gibt es derzeit in Bayern. Dort waren im Grenzgebiet zu Tirol mehrere Kreuze abgehackt worden. Der Gipfelkreuz-Hasser wird als etwa 40-jähriger Mann mit kurzen hellen Haaren beschrieben, der einen unübersehbaren Bauchansatz hat. Die Polizei schließt einen religiös motivierten Hintergrund nicht aus.

Messner: "Kreuze haben am Gipfel nichts verloren"
Und auch die Südtiroler Bergsteigerlegende Reinhold Messner ließ in der Debatte um Gipfelkreuze aufhorchen. Er erklärte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung": "Kreuze haben am Gipfel nichts verloren", sie seien "das christliche Symbol schlechthin". Berge würden der gesamten Menschheit gehören und sollten daher nicht mit einer bestimmten Weltanschauung in Verbindung gebracht werden, so der 71-Jährige. Messner könne daher auf weitere Gipfelkreuze verzichten, er würde aber "niemals eines umhacken".

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