Mi, 18. Oktober 2017

Von Ulrich Seidl

07.09.2016 10:05

Film „Safari“ regt Diskussion um Großwildjagd an

"Safari", das neueste Werk des österreichischen Filmemachers Ulrich Seidl, nimmt den Zuschauer mit auf die Großwildjagd in Afrika. Der ungeschönte Blick auf dieses umstrittene "Hobby" hat bei den Zusehern für Diskussionen, bei den Kritikern für Lob gesorgt.

Vor allem in vielen afrikanischen Staaten ist es kein Problem, auch auf bedrohte Tierarten zu schießen, darunter Löwen oder Elefanten. Die erforderliche Erlaubnis kann man für ein paar tausend Euro erwerben. Für die Länder ist das ein einträgliches Geschäft: Wildfarmen schossen in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden, Großwild wird nur zum Erschießen gezüchtet und die Einnahmen für Afrika belaufen sich auf viele Millionen Euro im Jahr.

Jagd auf bedrohte Tiere problematisch
Der Verein "Pro Wildlife" gibt an, dass jährlich etwa 100.000 Wildtiere in Afrika von Touristen geschossen werden. Am beliebtesten sind Elefanten, Löwen, Leoparden, Nashörner und Büffel, die sogenannten "Big Five". Für den Artenschutz kann die Jagd durchaus problematisch sein, denn die Jäger haben es meist auch noch auf die größten und stärksten Tiere abgesehen, weil diese eine bessere Trophäe hergeben.

Besonders brutal: Canned Hunting
Tierschützer kämpfen schon seit Jahren gegen die Großwildjagd, immer mehr Fluglinien transportieren keine Trophäen mehr und Promis wie Donald Trumps Söhne wurden öffentlich für ihre Posen mit geschossenen Elefanten und Leoparden kritisiert. Auch das sogenannte "Canned Hunting" ist ein Problem: Von Hand aufgezogene und nicht scheue Tiere - meist Löwen - werden in Gatter eingesperrt und dort abgeschossen. Eine "Vier Pfoten"-Petition gegen diese Praxis finden Sie HIER.

Ulrich Seidl: Safari kommt am 16. September in Österreichs Kinos.

"Das Grundübel ist der Mensch selber", bilanziert einer der Großwildjäger in Ulrich Seidls "Safari" zum Schluss. Dazu ein Kommentar vom "Krone Tierecke"-Ferialpraktikanten Franz:

Ich frage mich, was der Unterschied zwischen einer normalen Wurstsemmel und einem Stück Wasserbüffelsteak ist. Ist das nicht im Grunde genommen das gleiche, nur dass Schweine dafür gezüchtet werden und Wasserbüffel wild herumlaufen und irgendwann geschossen werden?Wenn man sagt, dass man keine Wildtiere schießen darf, um deren Fleisch zu essen, darf man dann wirklich noch Schnitzel oder Schweinerippen essen? Sind nicht alle Tiere gleich? Löwen, Büffel vor allem Nashörner und viele andere afrikanischen Großwildtiere sind selten - das ist aber auch schon alles. Man muss sich Gedanken drüber machen, ob der Mensch überhaupt Tiere schießen darf oder nicht. Übrigens: Ich bin selbst "Fleischesser".

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