Di, 24. Oktober 2017

Im Mittelmeer

06.09.2016 14:13

Jagdkommando entert künftig Schlepperschiffe

Der Ministerrat hat am Dienstag die Verlängerung zweier Bundesheer-Auslandseinsätze bis Ende 2017 beschlossen. Bei beiden wird die Beteiligung erweitert, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Während in Afghanistan Trainer in der Gebirgsausbildung zum Einsatz kommen, wird im Mittelmeer sogar das Jagdkommando tätig: Die Spezialeinsatzkräfte sollen als "Boarding Team" verdächtige Schiffe entern.

Bis zu 30 österreichische Soldaten können beim UN-mandatierten EU-Mittelmeereinsatz Eunavfor Mediterranean Sophia ab Herbst im Einsatz sein. Bei der Mission geht es um die Bekämpfung von Menschenschmuggel und Menschenhandel, die Rettung von Flüchtlingen aus Seenot, die Durchsetzung des UN-Waffenembargos gegen Libyen und die Ausbildung der libyschen Marine und Küstenwache.

Jagdkommando laut Ministerium gut vorbereitet
Der derzeitige Rahmen der österreichischen Beteiligung an der Mission umfasst zehn Soldaten, de facto sind es im Moment acht Stabsoffiziere. Künftig soll nun ein "Boarding Team" mit rund 15 Soldaten die Kontrolle und Durchsuchung verdächtiger Schiffe durchführen. Der Einsatz erfolge von Hubschraubern und Booten aus und werde vom Jagdkommando seit Jahren trainiert, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Auch Beteiligung in Afghanistan wird aufgestockt
Bei der Resolute Support Mission - einem durch eine UN-Sicherheitsratsresolution "begrüßten" Einsatz der NATO in Afghanistan - stockt Österreich den Rahmen von zehn auf 20 Soldaten auf. Die Mission dient der Ausbildung und Beratung sowie der Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte. Hier kommen österreichische Trainer in Zusammenarbeit mit der deutschen Bundeswehr in der Gebirgsausbildung im Norden des Landes zum Einsatz. Bisher waren neun Stabsoffiziere bzw. Berater aus Österreich vor Ort.

Beide Einsätze seien vor dem Hintergrund zu sehen, dass man einen Beitrag zu mehr Stabilität in den Hauptursprungsländern der aktuellen Migrationsbewegung leisten wolle, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

Jagdkommando: Bessere Ausrüstung, mehr Mobilität
Was das Jagdkommando betrifft, hatte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil im August mitgeteilt, dass die Eliteeinheit des Bundesheers angesichts der Terrorbedrohung gestärkt werde. Die Spezialkräfte sollen mehr Personal bekommen, außerdem werden 35 Millionen Euro in ihre Ausrüstung investiert.

Das Geld soll in die Verbesserung der persönlichen Schutzausrüstung der Soldaten fließen, außerdem in die Erhöhung der Mobilität (etwa durch Quads), neue Waffensysteme (Scharfschützengewehre, leichte Maschinengewehre, leichte Granatwerfer), Nachtsichtmittel, IT-Gerät zur Datenübertragung über weite Entfernungen sowie in die Funkausstattung. In die Infrastruktur der Spezialkräfte werden in den nächsten drei Jahren 7,3 Millionen Euro investiert.

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