Mi, 18. Oktober 2017

Empörung in Italien

04.09.2016 14:21

Tote nach „Wunderheilung“ durch Ryke Geerd Hamer

In Italien tobt eine heftige Debatte um den deutschen "Wunderheiler" Ryke Geerd Hamer, der in Österreich im Zusammenhang mit dem "Fall Olivia" in den 90er-Jahren für Schlagzeilen gesorgt hatte. Nun erlagen zwei krebskranke Italienerinnen, die Hamers Theorien folgten, ihren Krebsleiden. Der jüngste Fall betraf eine 34-jährige Mutter aus Rimini, die an Brustkrebs erkrankt war und die Chemotherapie verweigerte.

"Ich will nicht an Chemotherapie sterben", hatte die Frau laut italienischen Medien behauptet. Der Tod der jungen Mutter erschüttert die italienische Öffentlichkeit. Erst vor wenigen Tagen war ein italienisches Elternpaar, das seiner leukämiekranken Tochter eine Chemotherapie verweigert hatte, weil es das Mädchen nach den Hamer-Theorien behandeln lassen wollte, wegen des Todes der 18-Jährigen massiv in die Kritik geraten.

Drama um Olivia machte Hamer in Österreich bekannt
Hamer wurde durch den "Fall Olivia" in Österreich bekannt. Der nunmehr 81-Jährige hatte 1995 dabei für Schlagzeilen gesorgt, als er den Eltern der damals sechsjährigen krebskranken Niederösterreicherin Olivia Pilhar von einer schulmedizinischen Behandlung ihrer Tochter abgeraten hatte. Sie flüchteten mit dem Kind nach Spanien, um die Chemotherapie zu verhindern. Nach der Rückkehr nach Österreich wurde Olivia schulmedizinisch mit Operation und Chemotherapie behandelt und letztlich geheilt.

Haftstrafen und Praxisverbot in mehreren Ländern
Hamer stand in mehreren europäischen Ländern (u. a. Frankreich und Deutschland) vor Gericht und wurde zu Haftstrafen verurteilt. Geklagt hatten Angehörige mehrerer gestorbener Patienten des ehemaligen Mediziners, die seinen Methoden gefolgt waren und die schulmedizinischen Krebsbehandlungen abgebrochen hatten. Hamer ist u. a. in Deutschland wegen des Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz verurteilt worden und darf auch in Österreich nicht praktizieren.

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