Sa, 18. November 2017

Ungewohnter Auftritt

03.09.2016 20:33

„Brüder und Schwestern“: Trump umgarnt Schwarze

Donald Trump hat am Samstag in einer Schwarzenkirche in Detroit im US-Bundesstaat Michigan um Unterstützung geworben. Nicht im üblichen Wahlkampfton, sondern mit demütiger Stimme sagte der republikanische Präsidentschaftskandidat vor den Gläubigen, die Nation sei zu gespalten, "wir reden gegeneinander, nicht miteinander". Er sei gekommen, "um zuzuhören und zu lernen". "Wir sind alle Brüder und Schwestern", sagte Trump.

"Wir müssen einander lieben. Wir sind alle in einem Boot." Die afroamerikanische Gemeinschaft nannte der Immobilienmilliardär "eines der größte Geschenke Gottes für uns". Trump versprach, im Fall eines Wahlsieges im November die Lage der Schwarzen im Land zu verbessern, etwa bei der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt. Das politische System habe versagt und er werde das in Ordnung bringen, "so, dass es Euch hilft". Während Trump in der Kirche der Great-Faith-Ministries-Gemeinde rhythmisch zu Gesängen klatschte und dann sprach, demonstrierte draußen eine Menschenmenge gegen ihn.

Afroamerikaner als schwierige Zielgruppe
Der Republikaner bemüht sich seit Wochen gezielt darum, seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton schwarze Wähler abspenstig zu machen. In Umfragen kommt er bisher in dieser Bevölkerungsgruppe nur auf ein bis zwei Prozent. Detroit, das 2013 den Bankrott erklären musste und sich seitdem mühsam erholt, hat einen großen afroamerikanischen Einwohneranteil: 2010 waren es mehr als 80 Prozent.

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