Fr, 24. November 2017

Empörung in Italien

03.09.2016 19:22

Erdbeben-Karikatur: „Sie lachen über unsere Toten“

Eine Karikatur des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" über das Erdbeben in Mittelitalien, das knapp 300 Todesopfer gefordert hat, sorgt für helle Empörung. Auf der Karikatur sind zwei blutbefleckte Erdbebenopfer zu sehen und andere, die als Lasagne-Schichten dargestellt werden. "Erdbeben auf Italienisch" ist unter der Zeichnung zu lesen (siehe oben).

Die Karikatur bezieht sich indirekt auf das vom Erdbeben zerstörte Bergdorf Amatrice, dank der Spezialität "Spaghetti all'Amatriciana" als Pasta-Hauptstadt Italiens bekannt. "Noch weiß man nicht, ob das Erdbeben 'Allahu akbar' gerufen hat", heißt es in dem Satire-Magazin, im Jänner 2015 Ziel eines Anschlags islamistischer Terroristen.

"Wie kann man Witze über fast 300 Tote machen?"
Der Bürgermeister von Amatrice, Sandro Pirozzi, bezeichnete die Karikatur als "verwerflich und peinlich". "Wie kann man Witze über fast 300 Todesopfer machen?", protestierte Pirozzi. Die Karikatur löste auch im Internet heftige Proteste aus. Tausende Italiener machten auf Facebook ihrem Ärger Luft und beschimpften das Satiremagazin.

Auch Italiens Innenminister ist entrüstet: "Wir haben um Frankreichs Tote getrauert, die Franzosen lachen über unsere Toten", meinte Angelino Alfano am Samstag. "Ich bediene mich ihrer Satire und sage den Karikaturisten, dass ich einen Vorschlag hätte, wohin sie ihren Stift stecken sollten", so der wütende Minister weiter.

Erdbebengebiet kommt nicht zur Ruhe
Das Erdbebengebiet in Mittelitalien kommt weiterhin nicht zur Ruhe. In der Nacht auf Samstag wurde in der Provinz Perugia ein Nachbeben mit Magnitude 4.3 gemeldet. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von elf Kilometern, berichtete das italienische Institut für Geologie und Vulkanologie INGV am Samstag. Ein zweites Nachbeben wurde mit Magnitude 3.0 ebenfalls im Raum von Perugia registriert. Die Nachbeben wurden besonders stark in der umbrischen Kleinstadt Norcia gespürt. Hier rannten viele Menschen in Angst auf die Straße. Es gab keine Verletzten, sondern lediglich Einstürze von Gebäuden, die bereits beim schweren Erdbeben am 24. August beschädigt worden waren.

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