Di, 21. November 2017

Neo-Leverkusener

31.08.2016 19:05

Dragovic über Ablöse-Rekordsumme: „Nur eine Zahl“

Aleksandar Dragovic ist der mit Abstand teuerste Spieler in der österreichischen Nationalmannschaft - und zeigt sich davon ziemlich unbeeindruckt. Kolportierte 18 Millionen Euro legte Bayer Leverkusen vor einer Woche für den Innenverteidiger auf den Tisch, doch dieser Summe schenkt der Wiener keine allzu große Beachtung. "Das bedeutet mir nicht viel. Es ist nur eine Zahl, und eine Zahl bringt keine Leistung", betonte Dragovic.

"Außerdem weiß ich, dass eigentlich David (Anm.: Alaba) unser teuerster Spieler ist." Der Bayern-München-Profi wird derzeit auf 45 Millionen Euro taxiert. Künftig kann sich Dragovic mit seinem guten Freund in der deutschen Bundesliga messen. Dabei entwickelte sich der Transfer zu Leverkusen aufgrund der hohen Ablöseforderungen von Dynamo Kiew zu einer Hängepartie. Zwar hatte der 25-Jährige schon vor der EM den Medizincheck beim Klub von Julian Baumgartlinger und Ramazan Özcan absolviert, dann aber wurde es mühsam.

"Es hat sich über drei Monate gezogen, vor allem die letzten eineinhalb Monate waren hart. Der Präsident hat viermal einen anderen Preis verlangt", erzählte Dragovic. "Doch jetzt bin ich glücklich, dass der Transfer doch noch zustande gekommen ist." Der Abwehrspieler saß zwar bei Leverkusens 1:2 in Mönchengladbach am vergangenen Wochenende im Stadion, nähere Bekanntschaft mit seinen neuen Kollegen kann er aber erst nach der Länderspielpause machen. Aufgrund des späten Wechsels ist auch fraglich, ob es Dragovic gleich in die Stammformation des Champions-League-Starters schafft.

"Die Taktik von Leverkusen ist ähnlich wie im Nationalteam"
"Es ist sicher kein Vorteil, dass ich so spät dazugekommen bin. Aber ich bin im Spielfluss und die Taktik von Leverkusen ist ähnlich wie im Nationalteam, deswegen werde ich mir nicht so schwertun", vermutete der 49-fache Internationale (1 Tor), der für Dynamo Kiew im Sommer noch fünf Pflichtspiele absolvierte. Durch den frühen Liga-Beginn in der Ukraine hatte Dragovic nach der EURO nur eine Woche Urlaub - und der war durch das schlechte Abschneiden in Frankreich getrübt.

EM-Aus? "Aus solchen Erfahrungen lernt man viel"
"Es war klar, dass nach der EM keine Party ansteht. Speziell die ersten drei, vier Tage nach dem Island-Match waren hart." Gegen den späteren Viertelfinalisten verschoss der nicht topfit ins Turnier gegangene Dragovic einen Elfmeter, im ersten Turnierspiel gegen Ungarn wurde er ausgeschlossen. "Aber aus solchen Erfahrungen lernt man viel", beteuerte der Ex-Austrianer. Die Endrunde sei mittlerweile analysiert und abgehakt. "Wir haben es am Montag intern besprochen und sind fast zu den gleichen Ergebnisse gekommen wie das Trainerteam", sagte Dragovic, ohne Details zu nennen.

Jetzt gelte es, wieder zu alter Stärke zu finden. "Optimistisch stimmt mich allein schon das heutige Training, wenn man sieht, wie gut die Jungen sind und wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt", erklärte Dragovic. Trotz der personellen Änderungen im Kader an fünf Positionen im Vergleich zur EM steht das ÖFB-Team laut dem Verteidiger nicht vor einem Neubeginn. "Wir haben die gleichen Ideen - und die wollen wir weiterführen."

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