Do, 19. Oktober 2017

"Gesundheitsbombe"

31.08.2016 08:13

Seuchengefahr in Athener Flüchtlingslager

Die Lebensbedingungen in den Flüchtlingscamps von Elliniko rund um den alten Athener Flughafen werden von Tag zu Tag prekärer. Die örtliche Ärztekammer warnt nun sogar vor einer "Gesundheitsbombe" im ehemaligen Terminal, da große Mengen Abwässer das Kellergeschoß überfluteten. Es drohe die Übertragung von Infektionskrankheiten.

Die Experten des Zentrums für Krankheitskontrolle und Vorbeugung sprachen unter Berufung auf Daten aus dem Gesundheitsministerium von einer extremen Gefährdung. Dutzende Kinder seien bereits wegen Magenschmerzen und Durchfallerkrankungen in Spitäler eingeliefert worden. Auch schwere Infektionen wie Hepatitis A seien aufgetreten.

Das Flüchtlingscamp Elliniko ist in drei Zentren aufgeteilt. Im früheren Flughafengebäude befanden sich zuletzt rund 1000 Personen, in den angrenzenden Hockey- und Baseballstadien zusammen noch einmal 1700. In den vergangenen Monaten waren aber schon über 3500 Personen an diesen Orten untergebracht gewesen. Rund ein Drittel davon sollen Kinder sein, viele davon gelten als unterernährt.

Keller mit Abwässern überschwemmt
Auf dem früheren Athener Flughafen Elliniko ist schon seit 15 Jahren kein Flieger mehr gelandet. Laut den Dokumenten der Gesundheitsbehörden sind insbesondere die veralteten und lange Zeit nicht gewarteten Abwasserinstallationen für die derzeitige Situation nicht mehr geeignet. Es habe durch die Überlastung bereits einen großen Schaden gegeben, der dazu führte, dass der ganze Keller mit Abwässern überschwemmt war. Die Geruchsbelästigung sei enorm gewesen.

Die "Gesundheitsbombe" tickt
Die Athener Ärztekammer macht die Regierung unter dem Linkspopulisten Alexis Tsipras und das Gesundheitsministerium für die jämmerlichen Zustände der Flüchtlinge verantwortlich und bezeichnete den alten Flughafen in einer durchaus gewagten Anspielung auf das NS-Konzentrationslager als "Dachau". Ärztekammerpräsident Giorgos Patoulis sprach von einer "Gesundheitsbombe", die jederzeit explodieren könne.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).