Mo, 21. Mai 2018

Zeichen der Türkei?

30.08.2016 16:03

Flüchtlinge: Griechen rätseln über Rekordansturm

In Griechenland ist die Zahl von illegal einreisenden Migranten aus der Türkei sprunghaft angestiegen. In den vergangenen 24 Stunden hätten 462 Flüchtlinge von der türkischen Küste auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt, teilten die Behörden am Dienstag mit. Es handelt sich dabei um die größte Zahl von Migranten, die seit Inkrafttreten des EU-Flüchtlingsabkommens mit der Türkei an einem Tag registriert worden ist.

Im Vergleich dazu kamen in der vorangegangenen Woche täglich durchschnittlich nur 74 Asylsuchende in Griechenland an. "Wir beobachten das Phänomen und stehen in engem Kontakt mit den türkischen Behörden", hieß es vom griechischen Stab für die Flüchtlingskrise in Athen. "Hoffentlich hängt das mit dem guten Wetter zusammen - und es ist kein Zeichen seitens der Türkei", sagte ein Offizier der Küstenwache.

Kurz zuvor hatte die Türkei erneut deutlich gemacht, dass die Umsetzung des Flüchtlingspaktes für sie mit der Aufhebung der Visumpflicht für Türken bei EU-Reisen verbunden ist. "Wir erwarten die Aufhebung der Visumpflicht bis spätestens Oktober", sagte der türkische Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, am Dienstag. Die Türkei könne die illegale Migration in die EU nicht alleine stoppen, solange die EU ihre Verpflichtungen nicht erfülle.

160.000 Flüchtlinge heuer in Griechenland angekommen
Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge erreichten 2016 bis zum 28. August etwas mehr als 160.000 Flüchtlinge Griechenland. Die meisten von der Türkei aus. Das ist ein deutlicher Rückgang, denn im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren über 234.000 Asylwerber in Griechenland angekommen.

Auch Italien mit Massenansturm konfrontiert
Doch nicht nur den Griechen, sondern auch den Italienern macht der Flüchtlingsansturm zu schaffen. Laut IOM wurden in Italien bis zum 28. August rund 110.000 aus Afrika übersetzende Neuankömmlinge registriert. Fast alle stammen aus Westafrika oder vom Horn von Afrika. Im selben Zeitraum lag 2015 die Zahl bei 116.000 Flüchtlingen.

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