Do, 23. November 2017

7,5 Mio. € Passiva

30.08.2016 18:06

„Alt-Wien“-Kindergärten: Verein meldet Konkurs an

Nun ist es fix: Der Verein "Alt-Wien"-Kindergärten hat am Handelsgericht Wien Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Die Insolvenzursachen liegen in der Ende August auslaufenden Fördervereinbarung mit der Stadt. Der Subventionsstopp wurde verhängt, nachdem Mittel im Ausmaß von etwa 6,65 Millionen Euro zweckentfremdet verwendet worden sein sollen. 30 Gläubiger und 297 Arbeitnehmer sind betroffen.

Eben diese Mittel werden nun zurückgefordert, was als Grund für die Zahlungsunfähigkeit genannt wurde, teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform und der Alpenländische Kreditorenverband am Dienstag mit.

Passiva von etwa 7,5 Millionen Euro
Betroffen sind neben 30 Gläubigern auch 297 Arbeitnehmer. Den Aktiva von rund 227.000 Euro stehen Passiva von etwa 7,5 Millionen Euro gegenüber. Die Forderungen der Lieferanten werden mit 235.800 Euro beziffert - die Höhe der ausstehenden Gehälter bzw. Löhne für August 2016 mit 570.000 Euro. Sämtliche Mitarbeiter wurden, so war zu erfahren, bereits am 26. August beim Arbeitsmarkservice zur Kündigung gemeldet.

Der 1966 gegründet Verein betreibt an 33 Standorten Kindergärten und in neun Niederlassungen Horte. Der Höchststand an betreuten Kindern lag bei 2276. Derzeit werden noch 773 Kinder betreut.

Keine Bankgarantie, keine Einigung
Die Stadt hatte Mitte des Monats endgültig einen Schlussstrich im Nervenkrieg um die 33 "Alt- Wien"-Kindergärten mit 2276 Kindern gezogen. Sie forderte vom Vereinsverantwortlichen Richard Wenzel 6,6 Millionen Euro an - laut MA 10 zweckwidrig verwendeten - Förderungen zurück und verlangte eine Bankgarantie für diese Summe sowie die Neubesetzung des Vereinsvorstands und die Nachreichung der Jahresabrechnung für 2015.

Alle Forderungen waren nicht erfüllt. Ein Vergleichsangebot zur Rückzahlung lehnte die Stadt mangels Bankgarantie ab. Die Kindergärten schließen deshalb. Mehr als jeder zweite Knirps hat mittlerweile einen neuen Betreuungsplatz. Die übrigen Kinder sowie rund 300 Angestellte blicken in eine ungewisse Zukunft.

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