Di, 21. November 2017

Massive Belastung

30.08.2016 06:41

iPhone-Monteure machen 100 Überstunden pro Monat

Die US-NGO China Labour Watch kreidet schwere Missstände beim Apple-Fertiger Pegatron an. Schon letztes Jahr übte die NGO heftige Kritik an der taiwanesischen Firma, da diese ihre unterbezahlten Mitarbeiter zu massenhaften Überstunden genötigt haben soll. Pegatron und Apple gelobten Besserung, doch statt einzulenken, hat Pegatron das Überstundenaufkommen sogar noch erhöht.

Pegatron fertigt für große IT-Unternehmen wie Apple Geräte am chinesischen Festland. China Labour Watch hat einem "Heise"-Bericht zufolge bereits im Vorjahr festgestellt, dass in einem Werk in Schanghai jeder Mitarbeiter im Schnitt zusätzlich zur Normalarbeitszeit 80 Überstunden im Monat leisten musste.

Pegatron erhöhte Überstundenpensum noch
Doch statt das Problem zu lösen, drückte Pegatron seinen Mitarbeitern noch mehr Überstunden aufs Auge. Mittlerweile arbeitet der Durchschnitts-Monteur dort pro Monat Hundert Stunden über die Normalarbeitszeit von 180 Stunden hinaus, selbst Praktikanten müssen massiv Überstunden leisten. Dabei hatte Apple zugesagt, die Maximalarbeitszeit bei seinen Partnern auf 60 Stunden pro Woche zu deckeln.

Doch nicht nur das enorme Überstundenaufkommen macht China Labour Watch Sorgen. Bei Pegatron habe man außerdem gesetzlich vorgeschriebene Lohnerhöhungen einfach durch Kürzungen bei den Sozialleistungen kompensiert, heißt es in einem Bericht der Organisation.

Die Unterbringung der Arbeiter wurde dem Bericht zufolge ebenfalls kaum verbessert. Noch immer hausen die Monteure in desolaten Unterkünften, schlafen in heruntergekommenen Etagenbetten.

Lohn selbst mit massenhaft Überstunden niedrig
Das ist umso bedenklicher, wenn man bedenkt, dass iPhone-Monteure bei Pegatron ohnedies schon schlecht bezahlt werden. Während das Durchschnittseinkommen in Schanghai bei aktuell rund 900 US-Dollar liegt, zahlt Pegatron seinen Mitarbeitern lediglich 633 Dollar pro Monat - und da sind bereits 90 Überstunden drin.

Die NGO weist in ihrem Bericht auch darauf hin, dass Pegatron alles in seiner Macht stehende unternommen habe, um diese Erkenntnisse zu verschleiern. Überstunden habe man beispielsweise nur pauschal ausgewiesen, statt Sonderfälle wie Sonntags- und Nachtarbeit zu berücksichtigen.

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