Fr, 24. November 2017

Beruf Hirte

28.08.2016 19:46

Ein Leben mit den Kärntner Almkühen

1944 Almen werden in Kärnten bewirtschaftet, Dafür braucht es Hirten wie den Drautaler Gerhard Fasching.

Gezeichnet vom Leben, mit tiefen Furchen im Gesicht, steht der Irschener Gerhard Fasching neben seiner Hütte in 2200 Meter Seehöhe und blickt mit einem Fernglas zu den Kühen, die jetzt im Hochsommer ganz oben auf den Almen weiden. "Ich zähle sie täglich und prüfe, ob alle da sind."

Hartes Leben in den Bergen
Seit 20 Jahren verbringt er den Sommer als Hirte auf der Seetalalm, die sich in einer der schönsten menschenleeren Ecken in Kärnten, in der spektakulären Bergwelt der Kreuzeck-Gruppe findet. Doch wer da an Almromantik à la Heidi und Peter denkt, der liegt völlig falsch: Das Leben in den Bergen ist hart! Faschings Arbeitsplatz ist nur über einen stundenlangen Wanderweg zu Fuß erreichbar. Lebensmittel sowie Brennholz müssen mit dem Hubschrauber hinauf geflogen werden, und in stürmischen Nächten allein auf dem Berg ist es auch nicht gerade gemütlich.

Bauern sind auf Hirten angewiesen
Doch für die Bauern, auf deren Rinder und Schafe der 73-Jährige hier oben aufpasst, ist sein Job Gold wert. "Die Nachfrage nach Hirten-Posten ist groß, aber meistens sind es Leute, die nur kurz aussteigen wollen und danach wieder weg sind. Gerhard hingegen kennt bei uns jeden Stein; und auch unsere Tiere kennen ihn", sagt der Greifenburger Almobmann Martin Leitner.

Abweiden wichtig für Landwirtschaft
Denn die Almen mit ihren hochwertigen Futterflächen sind wichtig für die Landwirtschaft. Durch das Abweiden werden Erosionserscheinungen verringert und die Landschaft gepflegt, wovon wir alle profitieren. Regelmäßig kontrolliert der 73-Jährige, der vor dem Almsommer am Knie operiert wurde, die vier Kilometer langen Zäune. "Ich bin zwar nicht der Schnellste, aber ich habe ja Zeit genug." Wohl auch ein Grund, warum es für Fasching einer der schönsten Jobs ist. Dennoch denkt er ans Aufhören: "Ich werde ja nicht jünger."

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