So, 27. Mai 2018

Drei Promille & mehr

28.08.2016 14:11

„Alko-Bomben“: Autolenker spielen mit Leben

Don’t drink and drive - oder: Fahre nicht, wenn du getrunken hast! Viele Auto- und Lkw-Lenker lassen sich von Werbeslogans wie diesem nicht sonderlich beeindrucken und setzen sich weiter angetrunken ans Steuer - ein teures, vor allem aber auch lebensgefährliches Unterfangen. In Tirol wurden zuletzt sogar Alkolenker mit teils über drei Promille aus dem Verkehr gezogen.

Montag Abend, mitten in Jenbach: Die Polizei fischt einen polnischen Lkw-Lenker (41) aus dem Verkehr und die Beamten trauten ihren Augen nicht. Ein Alko-Test ergab über drei Promille. Bereits am Vormittag machte eine Streife der Autobahnpolizei auf der A13 eine ähnliche Bekanntschaft. Ein Bulgare (39) wollte seinen Schwertransporter über den Brenner lenken - mit 1,5 Promille

am vergangenen Wochenende krachte in Innsbruck ein 46-Jähriger mit drei Promille Alkohol im Blut in einen Polizeiwagen, im Unterland lieferte sich ein betrunkener Bosnier (1,7 Promille) mit der Exekutive eine wilde Verfolgungsjagd, und Anfang August raste eine Alko-Lenkerin mit 1 Promille in den - glücklicherweise - leeren Gastgarten einer Innsbrucker Konditorei.

In Tirol scheint Alkohol am Steuer derzeit wieder voll "in Mode" zu sein - und dabei handelt es sich hier lediglich um einen kleinen Auszug. "Man darf erst gar nicht daran denken, wie viele rollende Alko-Bomben auf unseren Straßen und Autobahnen unterwegs sind", beklagt eine Pkw-Lenkerin.

Das Unfallrisiko erhöht sich enorm

Wie gefährlich es ist, sich angetrunken ans Steuer zu setzen, weiß auch die Polizei: "Bei einem Promillewert von eins steigt das Unfallrisiko auf das Siebenfache, bei 1,2 bereits auf das Zwölf- und bei 1,8 Promille sogar auf das Dreißigfache."

Geldstrafen, Schulungen und Führerscheinentzug

Abgesehen vom lebensgefährlichen Aspekt haben Alko-Fahrten in der Regel aber auch einen teuren Nachgeschmack. Bis 0,5 Promille kommen Lenker ohne Strafen davon - ausgenommen sind hier Probeführerscheinbesitzer bzw. Lkw- und Busfahrer, bei diesen gilt generell die 0,1 Promille-Grenze.

Bis 0,8 Promille droht eine Geldstrafe bis 3700 Euro, Wiederholungstäter müssen zudem zur Nachschulung und um den "Schein" bangen. Je mehr Alkohol im Spiel, desto höher auch die Strafen (siehe Infokasten). Wer etwa über 1,6 Promille intus hat, muss bis zu 5900 Euro berappen, mindestens ein halbes Jahr aufs Rad umsteigen, weiters zur Nachschulung und einen Termin beim Amtsarzt vereinbaren.

Experten warnen auch vor dem Restalkohol am Tag danach: "Auch wenn man sich fit fühlt, pro Stunde werden nur 0,1 Promille abgebaut!"

Diese Strafen drohen

  • 0,5 bis 0,79 Promille: Ab 0,5 Promille sind zwischen 300 und 3700 Euro fällig. Wird man das erste Mal alkoholisiert erwischt, behält man zwar den Führerschein, es gibt aber eine Vormerkung im Führerscheinregister. "Wiederholungstätern" blüht eine Nachschulung (200 Euro), beim dritten Verstoß binnen zwei Jahren ist der Führerschein für mindestens drei Monate futsch.
  • 0,8 bis 1,19 Promille: Wer mehr als 0,8 Promille intus hat, zahlt für die Alko-Fahrt mindestens 800 Euro. Die Höchststrafe liegt auch hier bei 3700 Euro. Beim ersten Vergehen (ohne Unfall) ist der Führerschein für einen Monat weg - im Wiederholungsfall mindestens für drei Monate. Außerdem muss ein Verkehrscoaching absolviert werden (100 Euro).
  • 1,2 bis 1,59 Promille: Ab 1,2 Promille Alkoholgehalt im Blut kostet das Vergehen zwischen 1200 und 4400 Euro und der Führerschein ist für mindestens vier Monate weg. Zudem wird man zur kostenpflichtigen Nachschulung geschickt.
  • Ab 1,6 Promille: Ist man mit 1,6 Promille oder mehr unterwegs, drohen Strafen von 1600 Euro bis 5900 Euro und ein Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten. Daneben blüht dem Alkolenker eine Nachschulung, wobei Kosten in der Höhe von 500 Euro entstehen. Weiters: Ein Termin beim Amtsarzt und eine verkehrspsychologische Untersuchung, die nochmals zusätzlich 363 Euro kostet. Diese Konsequenzen drohen übrigens auch, wenn der Alkomat-Test verweigert wird. (Quelle: ÖAMTC)

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