Sa, 16. Dezember 2017

"Auf ihn einwirken"

28.08.2016 13:30

Grüner Abgeordneter verpetzt Hassposter bei Mutter

Hasspostings im Netz gehören mittlerweile zum traurigen Alltag, und gerade Politiker sind immer wieder erklärtes Ziel von Beschimpfungen und Anfeindungen. Nach einem Hassposting gegen ihn inklusive Mordandrohung wandte sich der grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon jedoch nicht sofort an die Polizei, sondern petzte den Vorfall direkt bei der Mutter des Verfassers.

In dem Posting hatte der Facebook-Nutzer Reimon gedroht, dass nach Wahlsiegen von Norbert Hofer und Donald Trump unnütze "Parasiten wie Sie mit Sprengstoffgürteln ausgestattet nach Syrien geschickt" werden würden, berichtete der "Standard".

Als Reaktion auf die rüde Drohung ging Reimon allerdings einen anderen Weg als ansonsten üblich. Und zwar nicht direkt zur Polizei, um dort Anzeige zu erstatten, vielmehr verpetzte der Abgeordnete den Poster gleich bei dessen Mutter.

Via Facebook hatte Reimon die Frau ausfindig gemacht, angeschrieben und danach seine Nachricht an sie - geschwärzt, versteht sich - erneut auf der Plattform geteilt. "Ihr Sohn schickt mir auf Facebook rechtsradikale Todesdrohungen (…). Vielleicht können Sie auf ihn einwirken", schrieb Reimon unter anderem.

Wie der Grüne gegenüber dem "Standard" erklärte, soll sein Vorgehen der Abschreckung dienen. "Ich hoffe ja, dass die Autoritären noch Autoritäten haben...", begründete er die Veröffentlichung des Schreibens auf Facebook. Eine Reaktion der Frau soll es bislang aber noch nicht gegeben haben.

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