Mo, 11. Dezember 2017

Täter (48) betrunken

26.08.2016 17:01

Mutter und Sohn sexuell belästigt: Schuldspruch

Mit einem Schuldspruch ist am Freitagnachmittag der Prozess gegen einen 48-jährigen karibischen Künstler in Korneuburg zu Ende gegangen, der im April eine Frau und ihren  elfjährigen Sohn sexuell belästigt hatte. Zur Tat kam es bei einem Würstelstand, der Angeklagte war zu diesem Zeitpunkt betrunken. Bis zuletzt erklärte der 48-Jährige, dass "nichts gewesen" sei, ihm wurde jedoch kein Glauben geschenkt. Der Angeklagte wurde - nicht rechtskräftig - zu einem Jahr Haft, davon zehn Monate bedingt, verurteilt.

Zu dem Vorfall war es im April am Weg vom Würstelstand, wo der karibische Künstler nach seinen Worten "ein bisschen gechillt" und Alkohol konsumiert hatte, zu einem Café gekommen. Die 36-jährige Mutter des Buben berichtete am Freitag, dass der Angeklagte ihren Sohn quasi in den Schwitzkasten genommen und sich an seinem Rücken gerieben habe.

Als sie laut schrie und ihr Kind wegreißen wollte, habe der Angeklagte ihr aufs Gesäß gefasst - und sich dann auch noch, von "eindeutigen" Bewegungen untermalt, entblößt. Er sei seinen Äußerungen zufolge an ihr interessiert gewesen, hatte die Frau schon im April gegenüber der Polizei angegeben. Den Buben habe das Geschehen psychisch ziemlich mitgenommen.

Zeuge: "Er war angeheitert, aber nicht voll besoffen"
Die Mitarbeiter des Würstelstandes hatten von dem Vorfall selbst nichts mitbekommen. Der Angeklagte sei ein "guter Gast" gewesen, immer ein paar Stunden da, sehr kommunikativ, meinte der Geschäftsführer lediglich. An jenem Tag habe er Bier und Schnaps getrunken. "Er war angeheitert, aber nicht voll besoffen", so der Zeuge. Nach seinem Dienst ging er selbst in ein nahes Café. Dort rief ihn dann seine Ablöse an und sagte, dass der 48-Jährige laut sei und heftig gestikuliere und damit quasi die anderen Gäste vertreibe, weshalb er keinen Alkohol mehr erhalten sollte.

Richter: "Eine durch Alkohol verursachte Geschichte"
Für den Schöffensenat waren sowohl der elf Jahre alte Bub, dessen kontradiktorische Einvernahme beim Prozessauftakt im Juli gezeigt wurde, als auch dessen Mutter glaubwürdig. Die Frau habe den besten Eindruck hinterlassen, sie habe das Geschehen authentisch und lebensnah geschildert und hatte keinen Anlass, den ihr unbekannten Mann zu belasten, sagte Richter Helmut Neumar in der Urteilsbegründung. Er sprach von "einer durch Alkohol verursachten Geschichte".

Vom Vorwurf der Körperverletzung - der 48-Jährige soll eine Polizeibeamtin im Zuge der Abnahme der Fingerabdrücke leicht gekratzt haben - wurde der Mann, der knapp drei Monate in U-Haft verbracht hatte, freigesprochen. Verteidiger Josef Phillip Bischof, der auf Freispruch plädiert hatte, meldete Nichtigkeitsbeschwerde an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

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