Mo, 23. Oktober 2017

In deutscher Stadt

25.08.2016 11:46

Rathaus-Praktikantin wegen Kopftuch gekündigt

Weil sie sich weigerte, ihr Kopftuch am Arbeitsplatz abzunehmen, ist eine 48-jährige Palästinenserin am ersten Tag ihres Praktikums im Rathaus der deutschen Kleinstadt Luckenwalde gekündigt worden. Die SPD-Bürgermeisterin erntet dafür nun viel Kritik, aber auch Lob von den politischen Gegnern. Sie selbst steht allerdings zum Rauswurf: "Ich hoffe, dass ich nicht von den Falschen für die Entscheidung gelobt werde, aber bei diesem sensiblen Thema will ich besonders korrekt sein."

Die 48-jährige Asylwerberin hatte am Montag ein sechswöchiges Praktikum im Rahmen des Projektes "Perspektiven für Flüchtlinge" begonnen - bekleidet mit einem Kopftuch. Man habe die Frau dann gebeten, das Bekleidungsstück abzulegen, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide gegenüber der Zeitung "Märkische Allgemeine". "Das konnte sich die junge Frau nur vorstellen, wenn keine Männer anwesend sind. Aber so etwas können wir nicht gewährleisten."

"Grundsatz der strikten Neutralität"
Daher wurde die 48-Jährige mit Feierabend gekündigt. "In unserer Verwaltung herrscht der Grundsatz der strikten Neutralität. Das gilt für das innere und äußere Auftreten, auch hinsichtlich der Kleidung", erklärte die Bürgermeisterin. Das Kopftuchverbot falle insofern unter "innerbetriebliche Regelung", genau so wie etwa Kreuze in Amtsstuben nicht zu finden seien.

Kritik kam umgehend vom CDU-Landtagsabgeordneten Sven Petke: "Es gibt für diese Entscheidung der Bürgermeisterin keine rechtliche Grundlage." Das Bundesverfassungsgericht habe geurteilt, dass persönliche Glaubensbekenntnisse etwa mit einer bestimmten Kleidung nicht zu beanstanden seien, erklärte er gegenüber der Zeitung "Welt".

Beifall kam hingegen von der Alternative für Deutschland. "Wenn das Kreuz in den Räumen des Rathauses nicht zulässig ist, dann darf es auch keine Extrawürste für Muslime geben", erklärte der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Jung gegenüber dem Sender n-tv.

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