Mo, 21. Mai 2018

Mariazell, Eisenerz

24.08.2016 21:45

Startschuss für erste steirische Telefonärzte

Das steirische Gesundheitssystem hat viele Baustellen - die ärztliche Versorgung in den Randregionen Mariazell und Eisenerz ist eine besonders große. In Kürze startet hier ein Pilotversuch: In den Nachtstunden steht den Patienten ein Telefonarzt zur Verfügung - ein Modell, das langfristig in der gesamten Steiermark und auch tagsüber angewendet werden könnte.

VP-Gesundheitslandesrat Christopher Drexler redet nicht um den heißen Brei herum: "In diesen beiden Regionen herrscht dringender Handlungsbedarf!" Die medizinische Versorgung im Raum Mariazell sowie in Eisenerz kann nur mit Ach und Krach aufrechterhalten werden. Daher werden mit September neue Wege eingeschlagen.

Telefonarzt in Graz als Schlüsselstelle
Konkret sieht das folgendermaßen aus: Wer von Montag- bis Freitagnacht (jeweils 19 bis 7 Uhr) die Telefonnummer 141 wählt, wird - falls es sich um keinen Notfall handelt - zu einem Telefonarzt vermittelt. Dieser sitzt in Graz, wo es schon länger den Ärztenotdienst gibt. "Es handelt sich daher um erfahrene Mediziner", erklärt Michael Koren, Geschäftsführer des Gesundheitsfonds.

Der Telefonarzt entscheidet nun, ob eine nächtliche Visite eines Arztes notwendig ist, ein Spital aufgesucht werden muss oder ob eine Abklärung am nächsten Tag ausreicht. Ein Hintergrund: Damit sollten weniger Visiten notwendig sein, die Mediziner vor Ort entlastet werden. Beispiele in Niederösterreich und Kärnten hätten gezeigt, dass dieses Modell funktioniert, meint Koren.

"Erster Schritt auf langem Weg"
In der Steiermark läuft das Pilotprojekt eineinhalb Jahre lang. Die Erfahrungen werden genau analysiert, denn der Telefonarzt wird kein regionales Spezifikum bleiben. Im Gegenteil: Im steirischen Gesundheitswesen soll er künftig eine zentrale Rolle einnehmen und erster Ansprechpartner für Patienten sein. "Es ist der erste Schritt auf einem langen Weg", sagt Drexler, der sich sicher ist: "Die Qualität der medizinischen Versorgung wird sich in den Regionen verbessern."

Zukunft der Ambulanz ist bald geklärt
Gerade für Mariazell ist der Telefonarzt aber nur ein Puzzleteil. In Kürze soll auch feststehen, wie es mit der verbliebenen Ambulanz im Spital weitergeht - an ihrer Stelle ist eine Art Primärversorgungseinrichtung geplant. Laut Drexler fehlen noch letzte Details bei den Vertragsverhandlungen.

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