Di, 21. November 2017

„Vier Pfoten“-Erfolg

24.08.2016 09:59

Der „schlimmste Zoo der Welt“ ist Geschichte

Dem "Vier Pfoten"-Rettungsteam ist es gestern gelungen, alle 15 verbliebenen Tiere im Khan Younis Zoo zu verladen und heute früh sicher über die Grenze nach Israel zu transportieren. Damit ist der "schlimmste Zoo der Welt" endlich Geschichte.

Sogar die zwischenzeitlich verschwundenen Stachelschweine konnten wieder eingefangen und sicher verladen werden. Stachelschweine, Emu, Pelikan und Co sind nun auf dem Weg ins New Hope Centre in Jordanien, wo sie demnächst ihre neuen Gehege beziehen dürfen. Die Station ist Teil der Organisation "Al Ma’wa for Nature and Wildlife", die von den "Vier Pfoten" und der Princess Alia Foundation ins Leben gerufen wurde.

Die fünf Affen, von denen einer trächtig ist, werden ins die Primate Sanctuary Foundation in Israel gebracht. Tiger "Laziz" muss sich noch etwas gedulden, er befindet sich auf dem etwas längeren Weg in das "Vier Pfoten"-Großkatzenrefugium "Lionsrock" in Südafrika. Er wird mit dem Flugzeug nach Johannesburg und von dort per Auto in das Schutzzentrum gebracht.

Die Teammitglieder arbeiteten unter Hochdruck, um alle Tiere durchzuchecken und in Transportboxen zu verladen. "Besonders herausfordernd war der enge Zeitrahmen. Und wir haben uns große Sorgen gemacht, ob Laziz ohne Probleme in die Transportbox hineingehen wird; wir wollten in jedem Fall vermeiden, ihn unnötig zu anästhesieren. Doch der Tiger ist sofort hineinmarschiert, als ob er genau Bescheid wüsste, dass wir ihn damit in ein schönes Zuhause bringen wollen", berichtet "Vier Pfoten"-Tierarzt und Missionsleiter Amir Khalil.

Lkw wurde bis zur Abfahrt bewacht
Die Verladung des Emus hingegen stellte eine der größten Herausforderungen dar: Gleich drei Teammitglieder mussten das schnelle und wendige Tier gemeinsam einfangen, um ihn in seine Transportbox zu bekommen. Die Affen, die unter den ersten verladenen Tieren waren, beobachteten indessen neugierig das ganze Geschehen. Alle Boxen wurden mit einem Kran auf den Lkw gehoben. Dieser verbrachte mit den Tieren an Bord die Nacht beim Hotel des Teams und wurde in Schichten bewacht, bevor im Morgengrauen die Reise Richtung Grenze startete.

Auch der - nun ehemalige - Zoobesitzer  ist erleichtert: "Auch wenn der Abschied von meinen Tieren traurig für mich ist, bin ich unglaublich froh, dass die 'Vier Pfoten' ein schönes Zuhause für sie gefunden haben. Ich konnte es kaum ertragen, dass Khan Younis von vielen als 'schlimmster Zoo der Welt' bezeichnet wurde".

"Vier Pfoten" seit Anfang des Jahres involviert
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte der Khan Younis Zoo seine Tiere seit Anfang des Jahres nicht mehr angemessen versorgen und ausreichend Futter für sie bereitstellen. Der Besitzer bat die "Vier Pfoten" bereits im Februar 2016 um Hilfe; die Tierschutzorganisation organisierte die dringend notwendigen Futterverteilungen. Nun wurde endlich eine nachhaltige Lösung für die überlebenden Zootiere gefunden.

Lokale Tierärzte wurden geschult
Fünf Tierärzte und zwei Tierarzthelfer vom Landwirtschaftsministerium in Gaza waren diesmal ebenfalls an der Mission beteiligt. Khalil ergriff die Chance, die Berufskollegen im Umgang mit Wildtieren zu schulen - ein Bereich, mit dem die Veterinäre in Gaza leider kaum vertraut sind. Khalil: "Es war wichtig, dass wir diesmal auch die Chance bekommen haben, lokale Tierärzte in unsere Arbeit einzubeziehen. Wir hoffen, dass sie das gewonnene Know-How künftig einsetzen werden, um Tieren in Not in Gaza besser helfen zu können."

Happy End für die Tiere in Sicht
Nun lässt das Happy End für Laziz und die anderen Tiere hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten. Khalil: "Es haben so unglaublich viele Menschen bei dieser Mission mitgefiebert und ihre Solidarität mit Laziz und den anderen Tieren gezeigt. Wir sind froh, dass wir den Khan Younis Zoo nun tatsächlich schließen konnten." Zahlreiche Tierfreunde hatten die "Vier Pfoten"-Mission auch mit ihrer Teilnahme an der Lemon Challenge und dem Hashtag #2sour2ignore unterstützt.

Spenden werden nach wie vor gebraucht - die Möglichkeit, zu helfen, finden Sie HIER.

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