Di, 17. Oktober 2017

Spurlos verschwunden

24.08.2016 06:17

Griechenland: Tausende Migranten untergetaucht

In Griechenland sind Tausende Flüchtlinge spurlos verschwunden. Die Behörden schätzen, dass es sich um rund 4000 Migranten handelt, die untergetaucht und nicht mehr aufzufinden sind. Das sagte Migrationsminister Ioannis Mouzalas am Dienstag in Athen. Insgesamt schätzt die Regierung die Zahl der Migranten in Griechenland auf rund 60.000, darunter etwa 1200 Minderjährige, die ohne Begleitung in Land gekommen waren.

Das ergab laut Mouzalas eine Zählung zwischen dem 9. Juni und dem 30. Juli, die fortgesetzt werde. Dabei seien 27.592 Migranten registriert worden. Viele wollten aber keine Angaben machen, aus Angst, dann nicht weiterreisen zu dürfen.

Insgesamt ist die Zahl der Flüchtlinge, die nach Griechenland übersetzen, deutlich zurückgegangen. Wie der Stab für die Flüchtlingskrise mitteilte, kamen am Dienstag nur 18 Personen aus der Türkei auf den griechischen Inseln an. Auch am Montag waren nur 68 Menschen gekommen. "Wir haben starke Schwankungen der Zahl der Menschen die rüberkommen", sagte ein Offizier der Küstenwache.

Flüchtlingslager auf griechischen Inseln überfüllt
Seit dem Putschversuch in der Türkei Mitte Juli haben sich die Neuankünfte mehr als verdoppelt: Setzten in den ersten zwei Juliwochen 634 Flüchtlinge über, waren es in den ersten zwei Augustwochen 1277 Menschen. Im Februar kamen täglich noch 2000 Menschen an. Mit der damaligen Situation sei die heutige Lage nicht zu vergleichen, hieß es aus Kreisen der Küstenwache weiter. Dennoch sind die Flüchtlingslager auf den Inseln überfüllt.

Griechenland baut neue Unterkünfte für Migranten
Die Regierung plant aus diesem Grund, die Asylwerber ans Festland zu bringen. Zu diesem Zweck sollen weitere Unterkünfte errichtet werden. Infrage kämen Lokalitäten im ganzen Land, Grenzregionen und kleine Inseln ausgenommen. In den neuen Lagern sollten jeweils maximal 1000 Menschen Platz finden. Bestehende Lager, die den Ansprüchen nicht genügten, könnten als Ersatz dienen, falls der Flüchtlingszustrom wieder zunehme.

Die griechische Regierung befürchtet ein Scheitern des Flüchtlingspakts der EU mit der Türkei, was ein erneutes Hochschnellen der Zahl der Flüchtlinge zur Folge haben könnte.

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