Do, 23. November 2017

Blackout, Terror

22.08.2016 16:55

So ist Österreich für den Krisenfall gerüstet

In Deutschland gab die Bundesregierung die Parole aus, sich für Notfälle zu wappnen. Auch in Österreich ist Vorsorge gefragt. Sollte es zu einem Katastrophenfall kommen, ist unser Land gerüstet - heißt es. Regelmäßig werden Zivilschutz-Horrorszenarien wie ein Atomunfall, ein großer Stromausfall oder auch Terrorlagen simuliert.

Für die Bundesregierung gibt es für den Fall der Fälle konkrete Pläne: In der Wiener Stiftskaserne steht ein bombensicherer Flakturm bereit - jüngst war die "Krone" dort für einen Lokalaugenschein zu Gast. Der Bunker ist umringt von zehn Meter dickem Stahlbeton: Es gibt eine Klimaanlage, einen Sitzungssaal, ein ORF-Studio. Von der Kommandozentrale aus sollen die wichtigsten Entscheidungen getroffen werden.

Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen: Laut Experten ist Europa immer noch nicht optimal gerüstet, sollte es zu einem kollektiven Ausfall der "kritischen Infrastrukturanlagen" kommen. Der niederösterreichische Energieversorger EVN baut jedenfalls vor und hat jetzt zusätzliche Trinkwasserpackungen gebunkert. "Wir sind für den Katastrophenfall gerüstet", sagt ein Insider.

Zugleich warnen Experten vor unnötigen Panikkäufen. Der Österreichische Zivilschutzverband gibt jedoch eine Empfehlung ab und animiert zu durchdachten Hamsterkäufen. So sollte ein Haushalt eine ganze Woche ohne Versorgung und Strom auskommen (siehe Liste unten, bezogen auf zwei Personen für eine Woche). Ab Herbst gibt es dafür sogar einen eigenen Online-Shop. "Gut ist zum Beispiel ein Kurbelradio. Information ist das Wichtigste in einer Krise", so Johann Rädler vom Österreichischen Zivilschutzverband.

Einkaufsliste für den Notfall

  • 21 Liter Trinkwasser
  • 6 Kilo Obst und Gemüse in Dosen
  • 1 Kilo Brot (vakuumverpackt)
  • 2 Liter Haltbarmilch
  • 1 Kilo Erdäpfel
  • 0,5 Kilo Reis
  • 10 Stück Eier
  • Verbandszeug, Medikamente, Kurbelradio, Kurbeltaschenlampe, Babynahrung bei Bedarf, Tiernahrung bei Bedarf, Bargeld, Kerzen, Batterien

Als Gefahr für Österreich sieht der Zivilschutz-Präsident vor allem Terror und Hacker-Angriffe auf das Stromnetz. Zuletzt gab es schon öfters Schwankungen, weil durch alternative Versorger Einspeisungen oft nur schubweise vorgenommen werden. Ein Blackout kann aber viele Teile Österreichs lahmlegen.

"Panik unbedingt vermeiden"
Wichtig ist aus der Sicht von Sicherheitsexperten, keine Panik zu verbreiten. "Die Vorratshaltung ist als Vorsichtsmaßnahme sinnvoll, vor allem hinsichtlich Zivil- und Katastrophenschutz. Naturkatastrophen wie zuletzt in Louisiana (USA) haben gezeigt, dass individuelle Vorbereitung niemals schadet", so Sicherheitsexperte Dr. Nicolas Stockhammer.

Auch Österreich vor Notfällen nicht gefeit
Auch in Österreich ist man nicht davor gefeit, etwa nach Überschwemmungen oder Murenabgängen. Hier ist es von Vorteil, wenn Wasservorräte und Nahrung vorhanden sind. Ein Tipp: Etwa rechtzeitig die Badewanne vollaufen lassen, damit man sich weiter waschen kann. Eine geeignete Schutzmaßnahme bei asymmetrischen Bedrohungen - also nichtstaatliche Akteure gegen den Staat - wie Terrorismus stellt dies nicht dar. "Derartige Vorkehrungen müssen von der Politik klug kommuniziert werden", so Stockhammer, Experte der Universität Wien.

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