Do, 22. Februar 2018

Asylwerber-Wunsch

21.08.2016 16:07

"Ich will nur arbeiten dürfen!"

Seit fünf Jahren wartet Kako Gesadze in Österreich auf seinen Asylbescheid. In der Zwischenzeit hat er Deutsch gelernt, die Ausbildung zum Krankenpfleger und Heimhelfer absolviert. Er hat Jobangebote von Pflegeheimen - darf aber nicht arbeiten. Der Fall einer Nepalesin, die auch in Graz lebt, ist ähnlich gelagert.

Gesadze ist Abchase. Beim Konflikt zwischen Georgien und Russland sei seine Mutter getötet worden, er sei geflohen. Gesadze lebt in Graz, wünscht sich: "Ich will nur arbeiten dürfen, nicht von der Flüchtlingshilfe leben. Österreich könnte von mir Steuern bekommen, statt mir Geld zu überweisen."

"Situation ist grotesk"

Als Asylwerber darf Gesadze aber keinen Job annehmen - auch wenn er, wie die Angebote von Pflegeheimen zeigen, gewollt ist. Der Sozialsprecher der Grazer VP, Thomas Rajakovics, übt Kritik: "Diese Situation ist grotesk. Ich fordere ein Umdenken beim Bund! Menschen, die als Asylwerber zu uns kommen und sich wie Gesadze integrieren wollen, die passen auch zu uns. In diesen Fällen sollte das Asylverfahren auf Antrag beendet werden können und man sollte diesen Menschen eine Aufenthaltsberechtigung für Österreich geben."

Rajakovics kennt auch den Fall einer Nepalesin, die auch nicht arbeiten darf: "Sie wartet seit drei Jahren auf ihren Asylbescheid, hat die gleiche Qualifikation wie Gesadze."

Bürgermeister Nagl will helfen

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) will helfen und den beiden Jobs als Remuneranten vermitteln - in den Geriatrischen Gesundheitseinrichtungen der Stadt Graz. Hier könnten sie vorerst stundenweise um fünf Euro arbeiten. Politisch zuständig ist FP-Stadtrat Mario Eustacchio - Nagl sucht nun das Gespräch mit ihm.

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