Do, 23. November 2017

Nach Überfall-Lüge

19.08.2016 21:44

Lochte entschuldigt sich: „Habe Lektion gelernt!“

US-Schwimmstar Ryan Lochte hat sich für sein Verhalten in der Affäre um einen vermeintlichen Überfall auf ihn und drei Teamkollegen entschuldigt. Er bedauere, den Vorfall nicht umsichtiger und aufrichtiger geschildert zu haben, schrieb Lochte am Freitag auf Twitter. Mit einer Äußerung habe er gewartet, bis seine Teamkollegen wieder sicher in den USA angekommen seien.

Zuvor hatten die vier US-Schwimmer angegeben, in Rio de Janeiro überfallen worden zu sein. Brasilianische Behörden bezweifelten diese Aussagen und vermuteten die Vortäuschung einer Straftat. Videokameras der Tankstelle legten nahe, dass ein Schwimmer in einer Toilette randaliert habe. Nach einer Auseinandersetzung mit zwei bewaffneten Sicherheitskräften hätten die Schwimmer Geld für den Schaden hinterlassen und daraufhin gehen dürfen.

Lochte: "Ich habe meine Lektion gelernt"
"Es ist traumatisch, spätnachts mit seinen Freunden in einem fremden Land samt Sprachbarriere unterwegs zu sein, und sich einem Fremden mit einer Waffe gegenüber zu sehen, der Geld will, um dich gehen zu lassen", schrieb Lochte nun. Die Situation sei zu vermeiden gewesen. "Ich übernehme die Verantwortung für meine Rolle und habe meine Lektion gelernt."

IOC akzeptiert Lochte-Entschuldigung
Das Internationale Olympische Komitee IOC und das Organisationskomitee der Rio-Spiele akzeptierten die Entschuldigung von Lochte. "Die Entschuldigung ist angemessen. Wir begrüßen sie", sagte IOC-Sprecher Mark Adams. Für das IOC sei aber klar, dass die Gefühle vieler Menschen in Brasilien verletzt seien. Mario Andrada, Sprecher des Organisationskomitees, sagte: "Wir akzeptieren natürlich seine Entschuldigung. Das brasilianische Volk war sehr enttäuscht."

Zuvor hatte sich bereits das Nationale Olympische Komitee der USA bei den Olympia-Gastgebern entschuldigt. Das Verhalten der Schwimmer sei "weder akzeptabel, noch repräsentiere es die Werte des Team USA", hieß es in einer USOC-Mitteilung. Der US-Schwimmverband denkt über Strafen für die Beteiligten nach.

Rio-Bürgermeister hegt für Sportler "Mitleid und Verachtung"
Rios Bürgermeister, Eduardo Paes, akzeptierte die Entschuldigung des US-Komitees, für die involvierten Athleten hege er aber "Mitleid und Verachtung". Die vier Schwimmer würden den guten Spirit, den der Rest der Delegation gezeigt hätte, nicht repräsentieren. US-amerikanische Touristen seien in Rio aber weiterhin jederzeit gern gesehen, betonte Paes.

Nach Lochte sind mittlerweile auch die beteiligten Teamkollegen Gunnar Bentz und Jack Conger wieder in den USA. Der noch in Brasilien weilende Jimmy Feigen habe seine Angaben gegenüber der Polizei richtiggestellt, hieß es. Er hoffe nun, seinen Pass nach Zahlung einer Geldstrafe von umgerechnet 11.000 Dollar (9.700 Euro) an ein brasilianisches Charity-Projekt für die Ausreise wieder zu bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden